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  • Brügge mit dem Rollstuhl – Tipps für eine barrierefreie Städtereise

    Brügge mit dem Rollstuhl – Tipps für eine barrierefreie Städtereise

    Inhaltsverzeichnis

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    Brügge im Überblick: Highlights und Besuchertipps

    Brügge ist die Hauptstadt der Provinz Westflandern und liegt im Nordwesten Belgiens – rund 20 Kilometer vom Meer entfernt. Berühmt ist die Stadt vor allem für ihre mittelalterliche Altstadt und die vielen Grachten (Kanäle), die Brügge den Beinamen „Venedig des Nordens“ eingebracht haben. Die meisten Gebäude, die du heute besichtigen kannst, stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert – der Blütezeit der Stadt. Damals war Brügge ein wichtiges Handelszentrum und berühmt für seine Tuchproduktion.

    Mit 8,3 Millionen Besuchern im Jahr 2023 ist Brügge längst kein Geheimtipp mehr. Und so kann es in der Hauptsaison ziemlich voll werden, aber trotzdem: Es lohnt sich! Die liebevoll restaurierten Gebäude und die einzigartige Atmosphäre mit den Kanälen machen einen Besuch zu einem echten Erlebnis.

    Wenn du Brügge entspannt erleben möchtest, plane deine Reise am besten für den Spätfrühling oder Frühherbst. Auch Wochenenden, einschließlich Freitag, solltest du besser meiden. Von Montag bis Donnerstag ist weniger los, sodass du Kanäle, Gassen und Cafés in aller Ruhe genießen kannst.

    Mit dem Rollstuhl durch Brügge: So barrierefrei ist die Altstadt

    Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Brügge liegen ganz nah beieinander und lassen sich problemlos zu Fuß oder im Rollstuh erkunden. Ein weiterer Vorteil für Rollstuhlfahrende: Die Altstadt ist fast komplett eben, sodass kaum Steigungen überwunden werden müssen. Nur bei ein paar steilen Eingangsrampen kann eine Begleitperson hilfreich sein.

    Kopfsteinpflaster

    Ein großes Thema für Rollstuhlfahrende ist das Kopfsteinpflaster in der Altstadt. Aber keine Sorge: Meist lässt es sich ganz gut befahren, auch wenn es dabei etwas holprig wird. Historisches Kopfsteinpflaster, bei dem die Vorderräder deines Rollstuhls hängen bleiben können, findest du nur im Beginenhof, weshalb wir diesen nicht empfehlen.

    Besucherströme

    Nicht alle Bereiche der Altstadt sind Fußgängerzonen. Außerhalb dieser Zonen fahren regelmäßig Autos, sodass die Straßen keine echte Alternative zu den Gehwegen sind. Die Gehwege selbst können bei hohem Besucheraufkommen schnell so eng werden, dass man mit dem Rollstuhl nur schwer vorankommt. Plane deinen Besuch daher möglichst außerhalb der Stoßzeiten.

    Bootsfahrt

    Für die meisten Besucher*innen ist eine Bootsfahrt durch die berühmten Grachten (Kanäle) ein absolutes Muss. Leider gibt es keine Lifter oder andere Hilfsmittel, die das Einsteigen erleichtern. Du kannst also nur teilnehmen, wenn du noch genügend Restgehvermögen hast. Für die meisten Rollstuhlfahrenden wird eine Bootsfahrt wohl nicht möglich sein.

    Anreise nach Brügge

    Brügge ist bei Besucher*innen sehr beliebt, weshalb das Tourismusbüro meist die Anreise mit der Bahn empfiehlt. Wir waren uns jedoch unsicher, ob das mit dem Rollstuhl problemlos klappt, und sind deshalb trotzdem mit dem Auto angereist – wohl wissend, dass die Parkplatzsuche etwas länger dauern könnte.

    Mit dem Auto: Parkmöglichkeiten & Behindertenparkplätze

    Um deine Parkplatzsuche zu erleichtern, empfehlen wir die digitale Karte aller öffentlichen Behindertenparkplätze in Brügge (Webseite in Niederländisch). Zur besseren Orientierung wählst du im Menü links unter „Filter op Gemeente“ einfach „Brugge“ aus.

    Da die Anzahl der öffentlichen Behindertenparkplätze angesichts der Touristenströme knapp ist, sind private Parkhäuser oft die entspanntere Alternative. Empfehlenswert ist das Parkhaus ’t Zand (Webseite in Englisch), das sich direkt unter der Konzerthalle – dem Startpunkt des Rundgangs – befindet. Dort gibt es insgesamt 1.887 Stellplätze, davon 14 für Rollstuhlfahrende. Um sicherzugehen, dass ein Parkplatz frei ist, kann dieser vorab online reserviert werden. Allerdings muss dabei ein festes Zeitfenster gebucht werden.

    In Brügge gibt es im Gegensatz zu Brüssel und Antwerpen keine Umweltzone für Autos.

    Mit dem Zug: barrierefreier Bahnhof & Anbindung in die Innenstadt

    Der barrierefreie Bahnhof Brügge befindet sich in 800 Metern Entfernung zur Konzerthalle, dem Startpunkt unseres Rundgangs. Um deine Anreise mit der Bahn barrierefrei zu planen, bietet die belgische Bahn SNCB/NMBS verschiedene Hilfen für Reisende mit eingeschränkter Mobilität.

    Direkt vor dem Bahnhof befindet sich der Busbahnhof. Die Busse sind meist Niederflurbusse mit Rampe und Absenksystem, sodass ein barrierefreier Einstieg möglich ist. Allerdings fahren sie nur an den Rand der historischen Altstadt. Am einfachsten planst du deine Busfahrt über die De Lijn-App. Barrierefreie Haltestellen sind in der Routenplanung mit einem Rollstuhl-Symbol gekennzeichnet. Weitere Informationen findest du im deutschsprachigen FAQ-Bereich zur Barrierefreiheit der De Lijn-Webseite.

    Barrierefreie Toiletten in Brügge

    Eine volle Blase auf holprigem Kopfsteinpflaster ist echt unangenehm – besonders, wenn diese zu Spastiken neigt. Damit dir das erspart bleibt, haben wir hier eine interaktive Karte verlinkt, auf der du die öffentlichen, barrierefreien Toiletten in Brügge samt Öffnungszeiten findest:

    Zudem haben wir für die wichtigsten barrierefreien Toiletten einige Detailinformationen zusammengestellt. Die Angaben stammen von Toegankelijk Vlaanderen und der Broschüre „Brügge – zugänglich für jedermann“. Alle hier genannten Toiletten sind im Text durch das 🚻-Symbol markiert.

    Barrierefreie Toilette – Parkplatz Centrum – ’t Zand (oberirdisch)
    • Adresse: ‚t Zand, 8000 Brugge
    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 80 cm
    • Platz vor dem WC: 114 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (113 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff
    • Waschbecken: eingeschränkt unterfahrbar
    Barrierefreie Toilette – Beim Gruuthuse-Museum
    • Adresse: Dijver 17c, 8000 Brugge
      Lage: Gegenüber vom Empfangspavillon des Gruuthuse-Museums
    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 83 cm (am Bezahlschalter)
    • Platz vor dem WC: 138 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: rechts (100 cm)
    • Haltegriffe am WC: 2 klappbare Stützgriffe
    • Höhe WC-Schüssel: 53 cm
    • Waschbecken: eingeschränkt unterfahrbar
    Barrierefreie Toilette – Belfort (Innenhof)
    • Adresse: Markt 7, 8000 Brugge
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 89 cm
    • Platz vor dem WC: 144 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: 103 cm
    • Haltegriffe am WC: 2
    • Waschbecken: unterfahrbar
    Toilette für Alle – Provinzialhof (2. OG)
    • Adresse: Markt 3, 8000 Brugge
      Lage: Tür zum Aufzug rechts neben dem Haupteingang mit Treppe
    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Toilette mit höhenverstellbarer Erwachsenenliege und Deckenlift (Toilette für Alle)
    • Zugang: kostenfrei, Anmeldung an der Rezeption (EG)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 90 cm
    • Platz vor dem WC: 150 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: beidseitig
    • Haltegriffe am WC: 2 klappbare Stützgriffe
    • Höhe WC-Schüssel: 47 cm
    • Waschbecken: unterfahrbar
    Barrierefreie Toilette – Provinzialhof (UG)
    • Adresse: Markt 3, 8000 Brugge
      Lage: Tür zum Aufzug rechts neben dem Haupteingang mit Treppe
    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 90 cm
    • Platz vor dem WC: 120 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (95 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff
    • Höhe WC-Schüssel: 47 cm
    • Waschbecken: unterfahrbar
    Barrierefreie Toilette – Minnewater (See der Liebe)
    • Adresse: Begijnvest 1, 8000 Brugge
    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 77 cm
    • Eingeschränkter Wendekreis vor der Toilettentür (110 cm)
    • Platz vor dem WC: 90 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (100 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff
    • Höhe WC-Schüssel: 53 cm
    • Waschbecken: eingeschränkt unterfahrbar

    Broschüre „Brügge – zugänglich für jedermann“: Dein Guide für einen barrierefreien Besuch

    Die Broschüre „Brügge – zugänglich für jedermann“ ist der perfekte Begleiter, wenn du die Stadt barrierefrei entdecken möchtest. Sie enthält:

    • Einen barrierefreien Rundgang durch die Altstadt
    • Ausführliche Informationen zu Museen, Attraktionen, Cafés, Restaurants und Unterkünften – inklusive Angaben zur Barrierefreiheit
    • Eine Übersicht über barrierefreie Toiletten, touristische Informationsbüros, Betreuungsmöglichkeiten und Hilfsmittel
    • Praktische Tipps rund um Mobilität und Parkmöglichkeiten

    Die Broschüre kann als PDF heruntergeladen werden oder ist in einem der Informationsbüros in Brügge kostenlos erhältlich.

    Basierend auf dem Rundgang der Broschüre und unseren Eindrücken vor Ort haben wir die Tour für Rollstuhlfahrende barrierefrei optimiert.

    Eigene Tour für Rollstuhlfahrende

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    Mehr Informationen
    Infos zu komoot

    Eine größere Karte stehen unter dem Link „Alle Details zu dieser Tour ansehen“ zur Verfügung. Für die Ansicht ist keine Anmeldung bei komoot erforderlich. Eine Anmeldung ist nur erforderlich, um die GPS-Daten herunterzuladen.

    Steckbrief vom barrierefreien Rundgang

    Länge der Tour:4,66 km
    Höhenmeter bergauf / bergab:10 m / 10 m
    Untergrund:Asphaltierte und gepflasterte Wege.
    Hoher Anteil an Kopfsteinpflaster.
    Barrierefreie Toilette:mehrere entlang der Route
    Einkehrmöglichkeit:mehrere entlang der Route
    GPS-Daten:GPS-Download über komoot
    (dafür ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich)

    Der barrierefreie Rundgang orientiert sich größtenteils an der Broschüre „Brügge – zugänglich für jedermann“. Da sich diese – wie der Name schon sagt – an Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen richtet, haben wir daraus eine eigene Tour speziell für Rollstuhlfahrende entwickelt. Dabei stellen wir nur die Sehenswürdigkeiten vor, die du mit dem Rollstuhl problemlos besuchen kannst. So wird dein Brügge-Ausflug nicht nur barrierefrei, sondern auch entspannt und unvergesslich. Startpunkt der Tour ist die Konzerthalle.

    Konzerthalle (Concertgebouw Brugge)

    Die massive Bauweise und die roten Terrakotta-Fliesen verleihen der Konzerthalle (Website auf Englisch) ein unverwechselbares Aussehen. Berühmt für ihre hervorragende Akustik, ist sie ein zentraler Ort für klassische Konzerte, Festivals und kulturelle Veranstaltungen.

    Wenn du mehr über das Gebäude erfahren möchtest, kannst du den Concertgebouw Circuit besuchen. Allerdings wird der teilweise barrierefreie Rundgang normalerweise nur auf Niederländisch angeboten – eine englische Version ist nur auf Anfrage verfügbar.

    Die Konzerthalle selbst ist nur während Veranstaltungen oder Führungen zugänglich. Das Concertgebouwcafé im Erdgeschoss kannst du hingegen zu dessen Öffnungszeiten jederzeit besuchen.

    Konzerthalle Brügge – Details zur Barrierefreiheit
    • Die Konzerthalle ist über Aufzüge und Rampen stufenlos zugänglich. Einige Rampen sind relativ steil.
    • Einige Türen lassen sich schwer öffnen.
    • Es gibt mehrere barrierefreie Toiletten. Am besten zugänglich sind die bei der Garderobe und im Laternenturm.
    • Zugang zum Concertgebouwcafé über eine 90 cm breite, etwas schwer zu öffnende Tür.
    • Concertgebouw Circuit: Nicht vollständig stufenlos. Rollstuhlfahrende erhalten ein iPad mit Videoführung für die Bereiche, die sie sonst verpassen würden.

    Wegbeschreibung:

    Der barrierefreie Rundgang durch Brügge startet von der Konzerthalle aus. Auf dem Platz vor der Konzerthalle befindet sich eine öffentliche, barrierefreie Toilette 🚻. Wir überqueren den Platz mit der Konzerthalle im Rücken und biegen in der Mitte des Platzes rechts in die Einkaufsstraße Zuidzandstraat ab, die uns direkt zur St.-Salvator-Kathedrale führt.

    St.-Salvator-Kathedrale (Sint-Salvatorskathedraal)

    Die St.-Salvator-Kathedrale (Webseite auf Englisch) ist die älteste Kirche Brügges und seit 1834 Bischofskirche. Sie vereint Elemente der flämischen Backsteingotik mit späteren Ergänzungen in Neugotik und Neuromanik. Besonders markant sind der hohe Westturm und der Kapellenkranz mit den charakteristischen Kegeldächern.

    Im Inneren erwarten dich barocke Altäre, eindrucksvolle Glasfenster und wertvolle Kunstwerke. Zu den Highlights zählen die Wandteppiche und das kunstvoll geschnitzte Chorgestühl um den Hauptaltar sowie die barocke Orgelplattform. Außerdem kannst du Gemälde von berühmten flämischen Künstlern wie Dirk Bouts und Hugo van der Goes entdecken.

    Viele dieser Stücke stammen aus dem Kirchenschatz und sind im angeschlossenen Museum, der Schatzkammer, zu sehen.

    St.-Salvator-Kathedrale – Details zur Barrierefreiheit
    • Die Kathedrale ist größtenteils stufenlos zugänglich.
    • Stellenweise gibt es Rampen.
    • Die Schatzkammer ist nicht stufenlos zugänglich.

    Wegbeschreibung:

    Nach dem Besuch der St.-Salvator-Kathedrale gehen wir gegen den Uhrzeigersinn um die Kirche herum, bis wir die Heilige-Geeststraat erreichen. Dieser folgen wir direkt bis zur Liebfrauenkirche.

    Liebfrauenkirche (Onze-Lieve-Vrouwekerk)

    Die im gotischen Stil erbaute Liebfrauenkirche gehört zu den ältesten Gotteshäusern Brügges und prägt mit dem zweithöchsten Backsteinturm der Welt das Stadtbild. Die Kirche ist zweigeteilt: Ein Bereich ist kostenlos zugänglich, der andere Teil beinhaltet das Museum Liebfrauenkirche. Den offiziellen Textguide kannst du direkt auf deinem Smartphone abrufen: Explorer – Musea Brugge

    Im frei zugänglichen Bereich hast du einen Blick auf das Kirchenschiff, den Hauptaltar und die reich verzierte Rokoko-Kanzel. Außerdem sind hier Kunstwerke wie der Reliquienarm des Heiligen Antonius des Großen zu sehen, der lange Zeit als Schutzpatron gegen die Pest verehrt wurde.

    Im Museum Liebfrauenkirche erwartet dich das Prunkstück: Michelangelos „Madonna mit Kind“ aus weißem Marmor. Sie ist die einzige Skulptur, die Italien zu Lebzeiten des Renaissance-Meisters verließ. Zudem kannst du hier die prunkvollen Grabmäler von Maria von Burgund und Karl dem Kühnen sowie das Passions-Triptychon im Hochchor entdecken.

    Liebfrauenkirche – Details zur Barrierefreiheit
    • Die Kirche ist über eine steile Rampe am Eingang stufenlos zugänglich (ggf. Hilfsperson nötig).
    • Der Hochchor sowie der Altar mit Michelangelos „Madonna mit Kind“ sind über Rampen gut erreichbar.
    • Der Weg um die Grabmäler ist relativ schmal.

    Wegbeschreibung:

    Nach dem Verlassen der Kirche biegen wir scharf links ab und folgen der Mariastraat, bis wir auf Höhe der Kirche rechts einen Durchgang erreichen. Durch diesen gelangen wir zum Sankt-Jans-Hospital.

    Sankt-Jans-Hospital (Sint-Janshospitaal)

    Das Sankt-Jans-Hospital gehört zu den ältesten Krankenhausgebäuden Europas und lädt heute dazu ein, das Museum sowie die historische Krankenhausapotheke zu entdecken. Beide Bereiche kannst du mit einem gemeinsamen Ticket besuchen. Alternativ gibt es ein separates Ticket nur für die Apotheke. Den kostenlosen Audioguide fürs Museum kannst du direkt auf deinem Smartphone anhören: Explorer – Musea Brugge.

    Im Museum tauchst du in die über 800-jährige Geschichte der Pflege ein. Die Ausstellung zeigt historische medizinische Instrumente, Möbel und Objekte, die von der Arbeit der Schwestern und der Gastfreundschaft des Hospitals erzählen. Besonders sehenswert sind die sieben Werke von Hans Memling, darunter der berühmte Ursulaschrein. Mit der „Closer to Memling Experience“ kannst du diese Meisterwerke auch interaktiv erleben.

    Die Apotheke des Sankt-Jans-Hospitals wurde 1643 gegründet. Ihre weitestgehend erhaltene Originaleinrichtung bietet einen spannenden Einblick in die damalige Zeit. Vor der Apotheke laden kleine Kräuterbeete zum Verweilen ein und vermitteln, wie die Schwestern einst Heilmittel herstellten.

    Sankt-Jans-Hospital – Details zur Barrierefreiheit

    Museum:

    • Die meisten Bereiche sind stufenlos zugänglich.
    • Es gibt einen Aufzug.
    • Zum Erreichen eines Saals gibt es einen Plattformlift.
    • Einige Rampen sind relativ steil (ggf. Hilfsperson nötig).
    • Es gibt eine barrierefreie Toilette.

    Apotheke:

    • Der Zugang hat zwei Stufen, die auf Anfrage mit einem Brett überbrückt werden können.

    Wegbeschreibung:

    Wir verlassen das Sankt-Jans-Hospital durch denselben Durchgang wie zuvor. Danach halten wir uns leicht rechts und erreichen die Straße O.-L.-Vrouwekerkhof-Zuid. Wir folgen der Straße und umrunden die Liebfrauenkirche gegen den Uhrzeigersinn. Auf dem Weg liegt die malerische Bonifazius-Brücke (Bonifaciusbrug), ein beliebter Foto-Hotspot 📸. Die Brücke ist zwar wegen Stufen nicht barrierefrei, ein Foto von der Seite ist jedoch problemlos möglich und lohnt sich.

    Unterwegs kommen wir am ebenfalls nicht barrierefreien Gruuthusemuseum vorbei, wo sich gegenüber vom Informationsschalter eine öffentliche, barrierefreie Toilette 🚻 befindet. Wenig später stehen wir wieder vor dem Eingang der Liebfrauenkirche. Dort biegen wir rechts in die Mariastraat ab und erreichen nach wenigen Metern den Simon-Stevin-Platz. Hier laden mehrere Restaurants mit stufenlosem Eingang zu einer Pause ein. Wer noch keinen Hunger hat, findet aber auch später entlang der Strecke weitere, barrierefreie Gelegenheiten.

    Wir überqueren den Simon-Stevin-Platz und biegen am Ende in die Steenstraat ein. Diese lebendige Einkaufsstraße führt uns direkt zum Grote Markt, dem Herzstück von Brügge. Neben mehreren Restaurants erwarten uns hier bedeutende Sehenswürdigkeiten: die Stadthalle mit dem imposanten Belfried, der Provinzialhof und das interaktive Museum Historium Brügge.

    Der Belfried von Brügge ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Von oben soll man einen fantastischen Blick über die Dächer Brügges haben – sofern man die 366 Stufen bis zur Aussichtsplattform schafft. Für Rollstuhlfahrende gibt es leider keinen barrierefreien Zugang zur Plattform. Sollte deine Begleitung den Aufstieg wagen, so empfehlen wir die Tickets vorab online zu kaufen, da diese recht schnell ausverkauft sind. Im Innenhof vom Belfried findest du eine öffentliche, barrierefreie Toilette 🚻.

    Provinzialhof (Provinciaal Hof)

    Der Provinzialhof ist ein beeindruckendes Beispiel neugotischer Architektur mit einer bewegten Geschichte. Früher standen hier die gotische Wasserhalle und später ein neoklassizistischer Wohnkomplex. Von den 1870er-Jahren bis 1999 war er der Verwaltungssitz der Provinz Westflandern. Heute dient das Gebäude als Informationszentrum, Veranstaltungsort und Museum.

    Um die prachtvollen neugotischen Säle des Provinzialhofs zu erkunden, kannst du entweder an einer Führung teilnehmen oder den deutschsprachigen Audioguide nutzen (Dauer ca. 40 Minuten). Für Kinder gibt es ein Suchspiel auf Deutsch.

    Im Hofcafé erwarten dich westflämische Köstlichkeiten, während der Hofshop regionale Produkte bietet. Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung „Hof der Dinge„, in der bis Mitte 2027 Alltagsobjekte aus der Region ihre spannende Geschichte erzählen.
    Zudem gibt es im zweiten Obergschoss eine barrierfreie Toilette 🚻, die du als Rollstuhlfahrender während den Öffnungszeiten kostenlos nutzen kannst.

    Provinzialhof – Details zur Barrierefreiheit
    • Das gesamte Gebäude ist stufenlos zugänglich.
    • Der Haupteingang hat eine Treppe. Rechts daneben (hinter einer Holztür) befindet sich ein Aufzug, um stufenlos ins Gebäude zu kommen.
    • Im Gebäude gibt es weitere Aufzüge, um alle Etagen stufenlos zu erreichen.

    Toilette für alle im zweiten Obergeschoss:

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Toilette mit höhenverstellbarer Erwachsenenliege und Deckenlift (Toilette für Alle)
    • Zugang: kostenfrei, Anmeldung an der Rezeption (EG)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 90 cm
    • Platz vor dem WC: 150 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: beidseitig
    • Haltegriffe am WC: 2 klappbare Stützgriffe
    • Höhe WC-Schüssel: 47 cm
    • Waschbecken: unterfahrbar

    Barrierefreie Toilette im Untergeschoss:

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Zugang: kostenpflichtig
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: 90 cm
    • Platz vor dem WC: 120 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff
    • Höhe WC-Schüssel: 47 cm
    • Waschbecken: unterfahrbar

    Historium Brügge (Historium Brugge)

    Das Historium Brügge (Webseite auf Englisch) ist kein klassisches Museum, sondern ein Erlebnismuseum mit verschiedenen Angeboten, die separat oder als Kombiticket gebucht werden können. Statt trockener Fakten wird hier das mittelalterliche Brügge mit Filmen, Kulissen und Geräuschen wieder lebendig. Besonders für Familien ist das Museum aufgrund seines spielerischen Zugangs empfehlenswert. Für Geschichtsfans wichtig zu wissen: Die Ausstellung erzählt eine fiktive Geschichte im mittelalterlichen Brügge. Es ist keine klassische Geschichtsausstellung.

    Die Historium Story führt dich durch sieben Themenräume. Dabei begleitest du Jacob, den Lehrling des Malers Jan van Eyck, und Anna, die für eines seiner Gemälde Model stehen soll. Jeder Raum zeigt eine andere Szene aus Brügge im Jahr 1435. Ein deutschsprachiger Audioguide liefert den Ton zu den Szenen.

    Zusätzlich kannst du ein Ticket für ein Virtual-Reality-Erlebnis buchen. Dabei unternimmst du einen zehnminütigen Flug über das mittelalterliche Brügge und siehst Gebäude, die es heute nicht mehr gibt – wie die Wasserhalle oder die St.-Donatian-Kirche. Eine ergänzende Ausstellung liefert anschließend historische Hintergründe zum Erlebten.

    Zum Historium gehört auch ein kostenpflichtiger Aussichtsturm mit Blick über den Grote Markt, der jedoch nur über 145 Stufen zugänglich ist. Entspannter erreichst du die Bierbar Duvelorium im ersten Stock per Aufzug.

    Historium Brügge – Details zur Barrierefreiheit
    • Das Museum ist bis auf den Aussichtsturm und die Panoramaterrasse stufenlos zugänglich.
    • Der Haupteingang hat sechs Stufen. Rechts um die Ecke befindet sich ein Aufzug zur Eingangshalle des Museums.
    • Im Museum gibt es einen weiteren Aufzug.
    • Die Historium Story wird in einem festen Kurs erzählt. Rollstuhlfahrende müssen den Kurs gelegentlich verlassen, um eine alternative Route mit Aufzug zu nehmen. Dadurch kann die Erzählung unterbrochen werden und ist nicht ganz so flüssig erlebbar. Alle Räume der Tour können mit dem Rollstuhl besucht werden.
    • Einige der Szenen in der Historium Story haben gut zu befahrendes Kopfsteinpflaster.
    • Pro Vorstellung sind maximal zwei Rollstuhlfahrende zugelassen. Bei starkem Andrang kann es zu Wartezeiten kommen.
    • Die Außenterrasse der Bierbar Duvelorium hat eine 15 cm hohe Stufe und ein relativ hohes Geländer. Rollstuhlfahrende können daher die Aussicht auf den Grote Markt nur eingeschränkt genießen.

    Barrierefreie Toilette (1. Untergeschoss):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: mindestens 90 cm
    • Platz vor dem WC: 120 cm
    • Seitliche Anfahrbarkeit zum WC nicht möglich
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff

    Wegbeschreibung:

    Wir verlassen den Marktplatz auf Höhe des Belfrieds und folgen der Breidelstraat. Nach wenigen Metern erreichen wir den Burgplatz (De Burg) und halten uns hier gleich rechts. In der Ecke des Platzes liegt die berühmte Heilig-Blut-Basilika, direkt links davon befindet sich das Rathaus.

    Heilig-Blut-Basilika (Basiliek van het Heilig Bloed)

    Die Heilig-Blut-Basilika ist eine ganz besondere Kirche in Brügge, die vor allem durch den starken Kontrast ihrer beiden Kapellen beeindruckt. Die schlichte Unterkapelle im romanischen Stil steht in starkem Gegensatz zur prachtvoll gestalteten Oberkapelle im neugotischen Stil.

    Die Oberkapelle wurde ursprünglich im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und beherbergt die berühmte Heilig-Blut-Reliquie, die laut Überlieferung von Kreuzfahrern nach Brügge gebracht wurde. Es handelt sich dabei um ein Tuch, das mit dem Blut Jesu getränkt sein soll. Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt wird die Reliquie in einer Prozession durch die Stadt getragen.

    Im Museum der Basilika kannst du viele wertvolle Kunstwerke entdecken, die mit der Verehrung des Heiligen Blutes zusammenhängen. Ein Highlight ist der Heilig-Blut-Schrein von Jan Crabbe aus dem Jahr 1614 – gefertigt aus Gold und Silber und besetzt mit über 100 Edelsteinen.

    Heilig-Blut-Basilika – Details zur Barrierefreiheit
    • Die Basilika inklusive Museum ist stufenlos zugänglich.
    • Die Unterkapelle ist ebenerdig zugänglich.
    • Zur Oberkapelle und zum Museum gibt es einen Aufzug links neben dem Treppenaufgang (Klingel mit Gegensprechanlage).
    • Der schmalste Durchgang zur Oberkapelle und zum Museum ist 85 cm breit.
    • Die Wendeflächen sind teilweise eingeschränkt.
    • Einige Türen lassen sich nur schwer öffnen.
    • Es gibt relativ steile Rampen.
    • Die Ausstellungsstücke im Museum sind im Sitzen teilweise schwer einsehbar.

    Rathaus (Stadhuis)

    Das Rathaus zählt zu den ältesten der Niederlande und ist seit über 600 Jahren das Zentrum der Stadtverwaltung.

    Ein echtes Highlight im Rathaus ist der Gotische Saal, der im 19. Jahrhundert aufwendig neugotisch renoviert wurde. Noch heute kannst du ihn in seiner damaligen prachtvollen Ausstattung mit dem kunstvollen Gewölbe und den historischen Wandgemälden bewundern.

    Direkt daneben liegt der Historische Saal, wo über einen Projektionstisch die historische Verbindung von Brügge zum Meer erläutert wird. Den dazugehörigen Ton liefert ein dort ausliegender Audioguide – verfügbar in Englisch, Französisch und Niederländisch.

    Für den Gotischen Saal und das Erdgeschoss gibt es einen kostenlosen deutschsprachigen Audioguide fürs Smartphone: Explorer – Musea Brugge.

    Wichtig: Während Hochzeiten sind der Gotische und der Historische Saal nicht zugänglich.

    Rathaus – Details zur Barrierefreiheit
    • Das gesamte Rathaus ist über einen Aufzug stufenlos zugänglich.
    • Der schmalste Durchgang ist mindestens 90 cm breit.
    • Die Tür zum Aufzug ist relativ schwer zu öffnen.
    • Es gibt Toiletten, aber keine barrierefreien.

    Wegbeschreibung:

    Wir verlassen das Rathaus und halten uns rechts. Links liegt das Brügger Freiamt (Brugse Vrije). Unserer Meinung nach lohnt sich ein Besuch für Rollstuhlfahrende allerdings nicht, da das Freiamt nur über eine mobile Rampe mit 30 % Steigung stufenlos zugänglich ist. Ob du das genauso siehst, kannst du mit dem kostenlosen Audioguide Explorer – Musea Brugge aber direkt selbst herausfinden.

    Daher biegen wir vor dem Freiamt rechts in die Blinde-Ezelstraat ein und folgen ihr über eine Brücke. Danach halten wir uns erneut rechts und überqueren den kleinen Platz Huidenvettersplein, um den sich viele Restaurants reihen. Am Ende des Platzes führt ein Durchgang zurück zum Dijver-Kanal. Dort liegt der Rosenkranzkai (Rozenhoedkaai) – einer der bekanntesten Foto-Hotspots 📸 in Brügge.

    An der Kreuzung halten wir uns rechts und folgen dem Kanal.

    Optionale Route zu Brauerei „Bourgogne des Flandres“:

    Wer mehr über die belgische Bierkultur erfahren möchte, kann einen Abstecher zur Brauerei „Bourgogne des Flandres“ machen. Hin- und Rückweg sind zusammen nur etwa 250 m lang. Um zur Brauerei zu gelangen, biegen wir an der ersten Brücke, der Nepomukbrücke (Nepomucenusbrug), rechts ab und an der nächsten Möglichkeit links. Wir folgen der Kartuizerinnenstraat bis zur Brauerei.
    Nach der Besichtigung kehren wir auf demselben Weg wieder zurück zur Nepomukbrücke.

    Brauerei „Bourgogne des Flandres“

    Beim Besuch der Brauerei Bourgogne des Flandres erfährst du alles über Zutaten, Brauprozess und Geschichte des belgischen Biers. Den Rundgang machst du auf eigene Faust. An den einzelnen Stationen gibt es Erklärungen auf Deutsch. Zusätzlich gibt es einen deutschsprachigen Audioguide und ein Video, das die Geschichte des Bieres zeigt.

    Auf dem Dachboden kannst du die Aromen von Malz und Hopfen hautnah erleben und dem Braumeister Fragen stellen. Im interaktiven Bereich lernst du digital zu zapfen oder gestaltest deine eigene Flasche mit einem Fotoetikett, das du am Ende des Rundgangs kaufen kannst. Zum Abschluss erwartet dich eine Bierprobe.

    Das Bier „Bourgogne des Flandres“:
    Das rotbraune Bier zeigt die flämische Tradition des Bierverschnitts, bei der junges und altes Bier miteinander kombiniert werden. „Bourgogne des Flandres“ ist ein Mix aus „Den Bruinen Os“, gebraut in Brügge, und Lambic der Brauerei Timmermans, das zwölf Monate in Holzfässern gereift ist.

    Brauerei „Bourgogne des Flandres“ – Details zur Barrierefreiheit
    • Fast die gesamte Brauerei ist über einen Aufzug stufenlos zugänglich.
    • Der schmalste Durchgang ist 86 cm breit.
    • Der barrierefreie Zugang zur Brauerei erfolgt über den Eingang der Bar.
    • Im Ausstellungsraum müssen drei Stufen mit einer mobilen Rampe überwunden werden.

    Bar:

    • Die Bar ist über eine 5 cm hohe Schwelle zugänglich.
    • Die Tische im Innenbereich sind eingeschränkt unterfahrbar.
    • Die Terrasse im Innenhof ist stufenlos zugänglich. Dort stehen Biertische mit Bierbänken.
    • Die Terrasse am Wasser ist nur über Stufen zugänglich.

    Barrierefreie Toilette (1. Untergeschoss):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: mindestens 87 cm
    • Platz vor dem WC: mindestens 120 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (mindestens 90 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff

    Wegbeschreibung:

    Wir überqueren die Straße an der Nepomukbrücke und folgen dem Kanal. Nach etwa 300 Metern sehen wir eine Reihe von Bäumen. Da der Weg unter den Bäumen nicht befestigt ist, queren wir die Straße „Dijver“ an einer geeigneten Stelle mit abgesenktem Bordstein. Anschließend folgen wir der Straße auf der linken Seite bis zur Straße „Groeninge“. Dort biegen wir links ab und gehen weiter, bis auf der linken Seite ein Tor mit dem Schild „Groeningemuseum“ erscheint.
    Wer das Museum besuchen möchte, biegt hier durch das Tor ein.

    Groeningemuseum

    Das Groeningemuseum ist das bekannteste Kunstmuseum in Brügge und ein Muss für alle, die sich für Malerei interessieren. Hier erlebst du sechs Jahrhunderte belgischer Kunst – von den Flämischen Primitiven bis zur modernen Kunst des 20. Jahrhunderts.

    Besonders beeindruckend sind die Werke von Hans Memling, Jan Provoost und Gerard David. Ihre Gemälde zeigen, warum Brügge im Spätmittelalter ein Zentrum der europäischen Malerei war.

    Daneben findest du im Museum auch neoklassizistische Werke, flämischen Expressionismus und moderne Kunst.

    Auch hier kannst du die Ausstellung wieder mit dem MB Explorer auf deinem Smartphone entdecken.

    Groeningemuseum – Details zur Barrierefreiheit
    • Das gesamte Museum ist stufenlos zugänglich.
    • Die Rampe zum Museumsshop und zum ersten Ausstellungsraum ist relativ steil.
    • Zu den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss führt eine Drehtür, die bei Bedarf geöffnet werden kann, sodass man mit dem Rollstuhl direkt hindurchfahren kann.
    • Die Aufzugstür zum Mehrzweckraum ist 87 cm breit.

    Barrierefreie Toilette (beim Museumsshop):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: mindestens 87 cm.
    • Eingeschränkte Platzverhältnisse.
    • Vor WC Durchgangsbreite zum Waschbecken: 80 cm.
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (mindestens 90 cm).
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff.

    Wegbeschreibung:

    Gegenüber vom Tor zum Groeningemuseum gibt es ein weiteres Tor. Dieses durchqueren wir und gelangen in den Hof Arents, der mit einem schönen Blick auf die Liebfrauenkirche und diversen Bänken zum Verweilen einlädt. In der Parkanlage befindet sich auch Rik Poots Skulpturengruppe „Die vier apokalyptischen Reiter“. Wir verlassen den Park durch das linke Tor und folgen der Straße Groeninge über eine Brücke. Kurz danach biegen wir rechts in die Kastanjeboomstraat ein. Am Ende der Straße geht es links in die Katelijnestraat und weiter bis zur Walstraat, wo wir rechts abbiegen. Der Straße folgen wir bis zum Platz Walplein, wo mehrere Restaurants unter Bäumen zum Verweilen einladen.

    Gegenüber von den Restaurants befindet sich die Brauerei „De Halve Maan“. Auch hier kannst du mehr über die belgische Bierbraukunst erfahren. Die klassischen Brauereiführungen sind allerdings nur in Niederländisch, Französisch und Englisch verfügbar und führen über 220 Stufen. Eine barrierefreie Alternative bietet die Brauerei in Form einer digitalen Führung auf einem Tablet. Begleitend dazu erhältst du kleine Proben der Bierzutaten, wodurch die digitale Tour interaktiv wird. Außerdem gibt es einen Souvenirshop und ein eigenes Restaurant, das über holpriges Kopfsteinpflaster und einen Aufzug stufenlos zugänglich ist.

    Wir folgen dem Weg geradeaus, vorbei an der Brauerei, bis zur Wijngaardstraat und biegen dort rechts ab. Nach wenigen Metern erscheint auf der rechten Seite eine Brücke, die zu einem ummauerten Areal führt – dem Beginenhof. Da dieser Zugang für Rollstuhlfahrende nur schwer befahrbar ist, bleiben wir auf der Straße und folgen ihr am Kanal entlang über eine Brücke bis zu deren Ende. Dort biegen wir rechts ab und überqueren eine weitere Brücke. Auf der linken Seite befindet sich das historische Schleusenhaus. Wer nun den Beginenhof besichtigen möchte, folgt nach der Brücke einfach dem Weg geradeaus durch das große Tor.

    Der Beginenhof in Brügge ist einer dieser stillen Rückzugsorte, die du mitten im Trubel der Stadt immer wieder entdecken kannst. Gegründet 1245 und heute UNESCO-Weltkulturerbe, war er ursprünglich das Zuhause von Beginen – Frauen, die zwar kein Nonnengelübde ablegten, aber nach Regeln der Armut, Keuschheit und des regelmäßigen Gebets lebten. Heute wohnen hier neben Nonnen auch alleinstehende Frauen. Rund um den Innenhof mit schattenspendenden Bäumen liegen mehrere kleine, romantische Häuser sowie die barocke Hofkirche (Haupteingang mit zwei Stufen | stufenloser Nebeneingang mit Klingel, die nur zeitweise besetzt ist). Um zum Hof zu gelangen, musst du zunächst ein kurzes Stück über historisches Kopfsteinpflaster fahren. Rund um die Anlage führt dann ein relativ gut befahrbarer Weg.
    Nach der Besichtigung verlässt du den Hof wieder auf demselben Weg zurück zum Schleusenhaus.

    Von der Brücke am Schleusenhaus folgen wir der Straße am See bis zu einer Rechtskurve. Dort halten wir uns geradeaus und folgen nun dem Weg entlang des Ufers, vorbei an einer öffentlichen, barrierefreien Toilette 🚻.

    Der See, an dem wir gerade entlanglaufen, ist der See der Liebe (Minnewater). Besonders im Kontrast zum Trubel der Altstadt verströmt der See eine fast magische Ruhe. Nicht zuletzt der Blick auf das neugotische Schloss de la Faille auf der gegenüberliegenden Seite lädt dazu ein, kurz innezuhalten. Am Ende des Wegs liegt der Pulverturm. Die dortige Brücke bietet einen fantastischen Fotospot 📸 – mit dem See im Vordergrund und der Brügger Altstadt im Hintergrund.

    Wir verlassen die Brücke in Richtung Pulverturm und folgen dem Weg geradeaus. Der Weg ist zweigeteilt: links für Fußgänger, rechts für Radfahrer. Da der Fußgängerweg naturbelassen ist, lohnt es sich für Rollstuhlfahrende, den asphaltierten Radweg zu nutzen. Am Ende des Wegs halten wir uns links und überqueren die Straße an der dortigen Ampel. Direkt danach nehmen wir die zweite Ampel leicht rechts und folgen dem asphaltierten Weg durch den „König-Albert I.“-Park. Nach etwa 600 Metern erreichen wir wieder die Konzerthalle, den Ausgangs- und Endpunkt unserer Tour.

    Weitere barrierefreie Sehenswürdigkeiten

    Die folgenden Sehenswürdigkeiten liegen etwas abseits des barrierefreien Rundwegs, sind aber ebenfalls stufenlos zugänglich.

    Königliches Stadttheater Brügge (Stadsschouwburg)

    Im Königlichen Stadttheater (Webseite auf Niederländisch) werden neben Theaterstücken auch Konzerte und Tanzdarbietungen aufgeführt. Ohne Niederländischkenntnisse machen die Theaterstücke zwar wenig Sinn, aber bei den Konzerten und Tanzdarbietungen ist oft etwas Interessantes dabei. Ein Blick ins aktuelle Programm kann sich also durchaus lohnen.

    Königliches Stadttheater Brügge – Details zur Barrierefreiheit
    • Das Theater ist über einen Aufzug stufenlos zugänglich.
    • Es gibt spezielle Plätze für Rollstuhlfahrende. Diese können nicht online, sondern nur telefonisch oder per E-Mail (bespraakbureau@brugge.be) reserviert werden.
    • Der stufenlose Nebeneingang hat eine 40 cm lange Rampe mit 14,5 % Steigung.
    • Der schmalste Durchgang ist mindestens 90 cm breit.

    Barrierefreie Toilette (Erdgeschoss):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: mindestens 90 cm
    • Wendekreis in der Toilette: 114 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: rechts (mindestens 90 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff

    Pommes-Frites-Museum (Frietmuseum)

    Belgien ist nicht nur berühmt für seine Pralinen und sein Bier, sondern natürlich auch für seine Pommes! Ob sie wirklich die besten der Welt sind, kannst du nur selbst herausfinden. Wenn du aber mehr über die Geschichte und Herstellung der belgischen Pommes erfahren möchtest, bist du im Pommes-Frites-Museum genau richtig. Vielleicht gelingt es dir sogar, die legendäre Frage zu klären, ob die Pommes nun wirklich aus Belgien oder doch aus Frankreich stammen.

    Die Ausstellung ist recht kurzweilig gestaltet und widmet sich der Geschichte der Kartoffel sowie ihrer Verwandlung zur goldgelben Lieblingsspeise. Insgesamt ist das Museum eher auf Familien und Kinder ausgerichtet. Im Untergeschoss kannst du dir gleich eine frische Portion Pommes gönnen.

    Pommes-Frites-Museum – Details zur Barrierefreiheit
    • Elektrische Rollstühle und Rollatoren sind im Museum nicht erlaubt.
    • Das gesamte Museum ist über einen Aufzug stufenlos zugänglich.
    • Stellenweise sind die Wege im Museum beengt.
    • Die Exponate in den Vitrinen sind im Sitzen nur teilweise gut einsehbar.
    • Der Imbiss im Untergeschoss ist über den Aufzug stufenlos erreichbar.

    Barrierefreie Toilette (1. Obergeschoss):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Die Toilette ist für Rollstuhlfahrende nicht geeignet.
    • Wegen der geringen Größe und der nach innen öffnenden Tür lässt sich die Tür nicht schließen, wenn sich der Rollstuhl in der Toilette befindet.
    • Der Wendekreis in der Toilette beträgt 90 cm.

    Spitzenzentrum (Kantcentrum)

    Seit dem 15. Jahrhundert ist Brügge ein Zentrum der Spitzenherstellung. Besonders die Brügger Klöppelspitze erlangte hier weltweiten Ruhm. Wenn du dich für traditionelles Handwerk interessierst oder wissen willst, wie feinste Spitze in mühevoller Handarbeit entsteht, solltest du das Spitzenzentrum unbedingt besuchen.

    Das Museum befindet sich in der ehemaligen Klöppelschule der Apostolinenschwestern und erzählt dir die Geschichte dieses filigranen Handwerks – von den Anfängen bis zur modernen Spitze. Zwischen 14 und 17 Uhr (montags bis samstags, außer an Feiertagen) kannst du live erleben, wie feine Fäden unter den Händen erfahrener Klöppler*innen zu kunstvollen Mustern werden.

    Außerdem bietet das Museum Kurse und Workshops, in denen du selbst das Klöppeln erlernen kannst. Wenn du es lieber entspannt angehen willst, findest du im Shop handgefertigte Spitze – ein schönes Andenken an deinen Besuch.

    Spitzenzentrum – Details zur Barrierefreiheit
    • Das gesamte Museum ist über einen Aufzug stufenlos zugänglich.
    • Der schmalste Durchgang ist mindestens 90 cm breit.

    Barrierefreie Toilette (1. Obergschoss):

    • Fotos der Toilette (Webseite auf Niederländisch)
    • Schmalster Durchgang zur Toilette: mindestens 90 cm
    • Wendekreis in der Toilette: mindestens 150 cm
    • Anfahrbarkeit vom WC: links (mindestens 90 cm)
    • Haltegriffe am WC: 1 klappbarer Stützgriff und 1 Wandgriff

    Seebrügge – barrierefreier Strand für Rollstuhlfahrende

    Seebrügge ist der perfekte Ort, wenn du nach all der Stadtluft Lust auf eine frische Meeresbrise hast. Rund 20 km von der Altstadt entfernt findest du im Badegebäude Zeedijk (Zeedijk Badengebouw, 8380 Brugge) alles, was du für einen entspannten, barrierefreien Strandtag brauchst.

    Barrierefreie Einrichtungen:

    • stufenloser Strandzugang
    • barrierefreie Toilette, Umkleide und Dusche
    • Personenlifter zum Umsetzen

    Besondere Angebote (nur im Juli & August, nach vorheriger Reservierung):

    • Strandrollstühle
    • Tiralo, schwimmfähiger Strandrollstuhl für den Zugang ins Meer
    • Assistenz vor Ort

    Reservieren kannst du einfach per E-Mail unter sociaalbeleid@brugge.be.

    Auf der offiziellen Tourismus-Webseite findest du weitere Informationen zum barrierefreien Strand in Seebrügge.

  • Barrierefreier Urlaub in Ostfriesland – Mit dem Rollstuhl die Küste entdecken

    Barrierefreier Urlaub in Ostfriesland – Mit dem Rollstuhl die Küste entdecken

    Inhaltsverzeichnis

    Einführung

    Nachdem meine Frau (Fußgängerin) und ich (Aktivrollstuhl, ohne Restgehvermögen) wieder einmal Meerluft schnuppern wollten, suchten wir nach einem leicht planbaren und barrierefreien Reiseziel am Meer. Unsere Wahl fiel auf Ostfriesland, da die Region Teil von Leichter Reisen – Barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland ist und mit 156 zertifizierten Angeboten von „Reisen für Alle“ (Stand: Februar 2025) uns komplett überzeugte.

    Hier findest du alles, was du für einen stressfreien, barrierefreien Urlaub benötigst. Lies unseren 7-tägigen Erfahrungsbericht vom September 2022 (sowie Aktualisierung 2025) und entdecke barrierefreie Ausflugsziele sowie praktische Tipps für deine Reise nach Ostfriesland.

    Greetsiel: Rollstuhlfreundliche Unterkunft

    Bei unserer Unterkunftssuche sind wir schließlich auf den romantischen Küstenort Greetsiel gestoßen. Schnell war klar, dass wir hier unseren Urlaub verbringen wollten. Mit rund 1.500 Einwohnern (Stand 2024) ist Greetsiel ein recht überschaubarer Ort, wo man alles gut zu Fuß / mit dem Rollstuhl erreichen kann.

    So gibt es in Greetsiel:

    Was Greetsiel nicht bietet:

    • Sandstrand am Meer mit Strandkörben
    • Abgeschiedenheit: Greetsiel ist längst kein Geheimtipp mehr – besonders in der Hauptreisezeit ist der Ort belebt, und selbst im September sind Cafés und Restaurants bei schönem Wetter schnell ausgebucht. Dennoch gibt es in der Natur rund um Greetsiel ruhige Rückzugsorte, wie die Tour „Entlang dem Leyhörner Sieltief“ zeigt.

    Ferienwohnung Kluntje

    Adresse: Ferienwohnung Kluntje, Schillhörn 2b, 26736 Greetsiel

    Die Ferienwohnung Kluntje ist eine von vier „Reisen für Alle“ zertifizierten Unterkünften in Greetsiel. Sie wurde als „teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer“ eingestuft, da die Eingangstür nur 82 cm breit ist und lediglich ein Bett von vier mit dem Rollstuhl direkt anfahrbar ist.

    Für eine bessere Orientierung haben wir einen Grundriss der Ferienwohnung erstellt. Zusammen mit den Fotos kannst du so selbst einschätzen, ob die Unterkunft für deine Anforderungen ausreichend barrierefrei ist.

    Die Ferienwohnung hat unsere Erwartungen auf jeden Fall erfüllt. Besonders die über eine Rampe zugängliche Terrasse mit Strandkorb bietet einen wunderbaren Rückzugsort zum Entspannen.

    Aus unserer Sicht ist die Unterkunft ideal für eine rollstuhlfahrende Person mit Begleitung. Dies liegt einerseits an der eingeschränkten Bettenverfügbarkeit, andererseits daran, dass die Küche mit dem Rollstuhl nur bedingt nutzbar ist.

    Trotz dieser Punkte hat uns die Ferienwohnung Kluntje überzeugt, und wir würden sie jederzeit wieder buchen.

    Weitere Unterkünfte in Ostfriesland

    Auf der offiziellen Tourismus-Webseite von Ostfriesland findest du eine Übersicht der „Reisen für Alle“-zertifizierten Unterkünfte. Zudem gibt es hier auch spezielle Kategorien wie „Unterkünfte mit Pflegebetten“, „Unterkünfte mit Pflege-Dienstleistungen“ und „Barrierefreie Gruppenunterkünfte“.

    Greetsiel mit dem Rollstuhl

    Greetsiel liegt im Westen von Ostfriesland. Ungefähr zwischen den Städten Emden und Norden. Besonders die historische Altstadt mit dem Fischkutterhafen und die berühmten Zwillingsmühlen machen Greetsiel zu einem beliebten Urlaubsort. In der Altstadt laden viele Restaurants und Cafés zum Verweilen ein. Auch das ein oder andere Andenken ist in einem der vielen Souvenirläden schnell gefunden. Allerdings kann für Rollstuhlfahrer*innen das historische Kopfsteinpflaster den Stadtbummel durchaus erschweren.

    Nützliche Links für Greetsiel:

    Gerade in der Haupturlaubszeit kann es in der Altstadt zudem recht eng werden. Falls dir dann nach etwas mehr Abgeschiedenheit ist, findest du diese in der wunderschönen Natur um Greetsiel.

    Tour: Entlang dem Leyhörner Sieltief

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    Mehr Informationen
    Infos zu komoot

    Den genauen Streckenverlauf siehst du, wenn du oben im komoot-Fenster auf die kleine Karte rechts unten klickst. Eine größere Karte und weitere Fotos findest du unter dem Link „Alle Details zu dieser Tour ansehen“. Dafür ist keine Anmeldung bei komoot notwendig. Nur um die GPS-Daten herunterzuladen, ist eine Anmeldung nötig.

    Wegbeschreibung – Entlang dem Leyhörner Sieltief

    Start und Ziel der Tour ist die Tourist-Information. Bis auf wenige Meter verläuft die Tour auf befestigten Wegen. Allerdings führt die Tour über eine nicht leicht zu befahrende Düne. Wem dies zu schwierig ist, kann aber einfach vor der Düne umkehren. Die Tour verlängert sich hierdurch um einen Kilometer auf 6 Kilometer. Insgesamt bietet die Tour ein tolles Naturerlebnis und das unabhängig ob mit oder ohne Dünenüberquerung. Rund 200 m vom Start- / End-Punkt der Tour gibt es eine barrierefreie Toilette. Zu Beginn der Tour gibt es mehrere stufenlos zugängliche Cafés und Restaurants.

    Durch die Greetsieler Altstadt

    Von der Tourist-Information folgen wir dem Kalvarienweg. Unterwegs kommen wir an mehreren Cafés vorbei. Am Ende vom Kalvarienweg biegen wir links in die Sielstraße und folgen dann dem Weg runter zum Hafen. Kurz nach dem Hafengebäude halten wir uns links und folgen dem leicht ansteigenden Weg, der uns in einem Bogen raus in die Natur führt.

    Entlang dem Leyhörner Sieltief

    Nach rund 1,2 km erreichen wir das Leyhörner Sieltief, dem wir nun auf 800 m folgen. Unterwegs gibt es immer wieder Sitzbänke. Zudem kommen wir am Badesee von Greetsiel vorbei. Nach insgesamt 3 Kilometern erreichen wir die Düne. Der Weg auf die Düne hat eine Steigung von mehr als 20 Prozent. Zudem ist der Weg auf der Düne recht uneben. Wem der Weg über die Düne zu anstrengend ist, sollte hier einfach umkehren. Die Tour verlängert sich hierdurch auf insgesamt 6 Kilometer.

    Über die Düne zurück zur Tourist-Information

    Der Weg auf der Düne ist 200 Meter lang und eher schlecht zu befahren. Daher nehmen wir die erste Möglichkeit links von der Düne runter auf den Akkenschloot Weg. Wir folgen dem Weg weiter in die „Zur Hauener Hooge“-Straße und gelangen schließlich an eine Kreuzung. Hier überqueren wir die Hafenstraße schräg rechts. Anschließend folgen wir dem Fußweg entlang vom Abenteuerspielplatz, bis wir wieder zu unserem Startpunkt, der Tourist-Information, gelangen.

    Weitere Urlaubstipps

    Die folgenden Urlaubstipps haben wir selbst nicht getestet. Allerdings sollten sie laut Angaben im Internet oder gemäß Anfragen per Mail zumindest stufenlos zugänglich sein.

    • Nationalpark-Haus Greetsiel: Mit der Ausstellung „365 Tage – rund um die Leybucht“ veranschaulicht das Nationalpark-Haus die jahreszeitlichen Veränderungen vom Wattenmeer auf unterhaltsame Weise. Das Nationalpark-Haus ist nach „Reisen für Alle“ zertifiziert. Es ist stufenlos zugänglich. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.
    • Öffentliche Führungen: In Greetsiel werden verschiedene Führungen angeboten, darunter die „Barrierefreie Ortsführung durch Greetsiel“. Diese ist jedoch nur auf Anfrage buchbar.
    • Schwimmbad & Sauna Koppke: Das Schwimmbad bietet einen barrierefreien Zugang, eine barrierefreie Umkleide und Toilette, einen Duschstuhl sowie einen Schwimmbadlifter für einen erleichterten Einstieg ins Wasser.

    Essen und Trinken

    Gerade in der historischen Altstadt von Greetsiel befinden sich einige Restaurants und Cafés. Trotz der hohen Anzahl kann es aber speziell in der Hauptsaison schnell schwierig werden, einen freien Tisch zu bekommen. Daher solltest du möglichst frühzeitig reservieren. Auf der Webseite von Greetsiel findet du einen Überblick über die lokalen Restaurants und Cafés. Leider ohne Angaben zur Barrierefreiheit. Ganz allgemein kann man aber sagen, dass die meisten Restaurants und Cafés keine barrierefreie Toilette haben.

    Captains Dinner Am Sielgatt

    Das Restaurant „Captains Dinner Am Sielgatt“ ist eines der beliebtesten Restaurants in Greetsiel (Google: 4,7 von 5 Sternen bei über 2.000 Bewertungen. Tripadvisor: 1. Platz in der Kategorie „Restaurant“). Neben Fischgerichten bietet das Restaurant auch diverse Fleischgerichte an. Dabei wird bei den Zutaten auf Regionalität geachtet. So kommt der meiste Fisch direkt aus der nahen Nordsee und das Lammfleisch vom lokalen Deich-Schäfer. Das Restaurant befindet sich in der Straße „Am Markt“, in dem Nähe vom Hafen.

    Barrierefreiheit – Captains Dinner Am Sielgatt
    • Nur ein kleiner Teil vom Innenbereich ist stufenlos zugänglich.
    • Vor dem Restaurant gibt es einen stufenlos zugänglichen Außenbereich.
    • Die Toiletten sind nur über Stufen zugänglich.
    • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette ist 400 m entfernt: Parkplatz Ankerstraße

    De Haven

    Das Restaurant De Haven (Instagram-Seite) hat sich auf Fleischgerichte spezialisiert. Ergänzend gibt es Fischgerichte und frische Pasta. Uns persönlich haben die Burger so gut geschmeckt, dass wir dort gleich zweimal gegessen haben. Das Restaurant befindet sich neben dem Edeka Rah, außerhalb der historischen Altstadt.

    Barrierefreiheit – De Haven
    • Der gesamte Innenbereich ist stufenlos zugänglich.
    • Vor dem Restaurant gibt es einen stufenlos zugänglichen Außenbereich.
    • Die Tische im Innenbereich haben einen Tischfuß in der Mitte.
    • Die Toiletten sind stufenlos zugänglich.
    • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette ist 100 m entfernt: Parkplatz Ankerstraße.

    Fischrestaurant de Beer Greetsiel

    Das Fisch-Restaurant de Beer (Hauptsitz) liegt rund einen Kilometer vom historischen Hafen entfernt. Dennoch lohnt sich der Weg, da das Selbstbedienungs-Restaurant ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Zudem bekommt man hier im Zweifelsfall noch einen Sitzplatz, wenn die Restaurants im Zentrum bereits ausgebucht sind. Wem der Weg zu weit ist, kann auch direkt vor dem Restaurant parken.

    Barrierefreiheit – de Beer (Hauptsitz)
    • Der gesamte Innenbereich ist stufenlos zugänglich.
    • Vor dem Restaurant gibt es einen stufenlos zugänglichen Außenbereich.
    • Die Toiletten sind stufenlos zugänglich. Allerdings hat die Tür zu den Toiletten lediglich eine Durchgangsbreite von 69 cm.
    • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette ist 650 m entfernt: Parkplatz Mühlenstraße.

    Backeree & Café

    Der Back-Shop Backeree & Café befindet sich im Edeka Rah. Wer ein großes, leckeres Frühstück zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, ist hier genau richtig. Zusätzlich gibt es eine große Auswahl an Kuchen. Als Spätaufsteher haben wir uns hier abends öfters mit Kuchen eingedeckt und diesen dann am nächsten Morgen gemütlich in der Ferienwohnung gefrühstückt. Am Edeka gibt es mehrere kostenpflichtige Parkplätze.

    Barrierefreiheit – Backeree & Café (Hauptsitz)
    • Der gesamte Innenbereich ist stufenlos zugänglich.
    • Vor dem Café gibt es einen stufenlos zugänglichen Außenbereich.
    • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette ist 100 m entfernt: Parkplatz Ankerstraße

    Norden und Norddeich mit dem Rollstuhl

    Norddeich ist ein Ortsteil der Stadt Norden. Norden liegt nordöstlich von Greetsiel. Für die 17 Kilometer ins Zentrum von Norden benötigst du mit dem Auto rund 20 Minuten. Für die 21 Kilometer nach Norddeich sind es rund 30 Minuten. Neben den Fährterminals nach Norderney und nach Juist befinden sich in Norddeich die Seehundstation und das Waloseum. Besonderes Highlight von Norddeich ist der rollstuhlgerechte Sandstrand „Das Deck“. Das ostfriesische Teemuseum und viele weitere schöne Cafés findest du im Zentrum von Norden.

    Ostfriesisches Teemuseum

    Mehrere Tassen Tee am Tag gehören in Ostfriesland einfach dazu. Kluntje und Wulkje sind dabei feste Bestandteile der ostfriesischen Teezeremonie. Was es damit genau auf sich hat, erfährst du im Ostfriesischen Teemuseum. Die Dauerausstellung vermittelt anschaulich die Geschichte der ostfriesischen Teekultur, den Teehandel und -anbau sowie Teetraditionen aus aller Welt.

    Teezeremonie:
    Ein Highlight des Museums ist die offene Teezeremonie. Während du drei Tassen Tee genießt (denn „Dree sind Ostfreesenrecht“), erfährst du spannende Hintergründe zur traditionellen ostfriesischen Teezeremonie. Obwohl die Zeremonie mehrmals pro Woche stattfindet, sind die Plätze oft schnell vergeben. Eine frühzeitige Anmeldung wird daher empfohlen.

    Neben der Dauerausstellung gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. An der Museumskasse steht ein QR-Code für einen kostenlosen Multimedia-Guide zur Verfügung.

    Rollstuhlfahrer*innen erhalten ermäßigten Eintritt, Begleitpersonen mit Merkzeichen B haben freien Eintritt. Im Erdgeschoss gibt es einen Museumsshop. Das Museum befindet sich zentral in Norden, unweit des Marktplatzes.

    Barrierefreiheit – Ostfriesisches Teemuseum

    Laut „Reisen für Alle“ ist das Ostfriesische Teemuseum teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer. Diese Bewertung gilt jedoch nur für bestimmte Bereiche, da einige Museumsteile nur über Treppen erreichbar sind.

    Zugänglichkeit im Museum:

    • Stufenlos zugängliche Museumsbereiche:
      • Eingangsbereich mit Museumskasse und Museumsshop.
      • Die Teeküche für die „offene Teezeremonie“
      • Ausstellung: Tee in Ostfriesland
      • Ausstellung: Teeverarbeitung in Ostfriesland
      • Ausstellung: Porzellan das „weiße Gold“ (im Sitzen schlecht einsehbar)
      • Ausstellung: Rund um den Teetisch: Teekanne, Stövchen und Co.
      • Ausstellung: Anbau, Ernte, Mischung und Handel
      • Ausstellung: Teekulturen weltweit (per Aufzug: Türbreite 110 cm)
      • Sonderausstellung
    • Nur über Stufen zugänglicher Museumsbereiche:
      • Ausstellung: Kaffee, Kakao, Tabak und Doornkaat
      • Ausstellung: Handwerk rund um den Teetisch
      • Ausstellung: Rummel: Fest- und Versammlungssaal im alten Rathaus
      • Ausstellung: Schlaglichter der Norder Stadtgeschichte
      • Ausstellung: Nordener Stadtgeschichte (im Gewölbekeller)

    Museum – Allgemeines:

    • Der Haupteingang vom Museum hat 3 Stufen.
    • Über einen Seiten-Eingang (Westerstraße) ist das Museum stufenlos zugänglich. Da der Seiteneingang abgeschlossen ist, muss man sich bei Bedarf an der Museumskasse melden. Hierfür gibt es eine Klingel am Haupteingang (links unter dem roten Schild „Tourist Information“).
    • In den von „Reisen für Alle“ zertifizierten Bereichen sind die Durchgänge mindestens 88 cm breit. Wir haben bei einem Durchgang auch eine Breite von nur 80 cm gemessen.
    • Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.
      • Durchgangsbreite Tür: 100 cm.
      • Die Toilette ist von beiden Seiten anfahrbar.
      • Auf beiden Seiten befindet sich ein hochklappbarer Stützgriff.
      • Höhe Toilettensitz: 48 cm
      • Tiefe der WC-Schüssel: 70 cm
      • Die Toilette hat eine Rückenlehne.
      • Höhe vom Waschbecken (Oberkante): 80 cm
      • Das Waschbecken ist auf 67 cm mit 30 cm unterfahrbar.
      • Der Spiegel ist im Stehen und Sitzen einsehbar.

    Seehundstation Nationalpark-Haus

    Ein Besuch der Seehundstation gehört wohl für die meisten Tourist*innen zu einem klassischen Nordseeurlaub einfach dazu. Dabei sollte man die Seehundstation aber nicht mit einem Zoo verwechseln. Ziel der Seehundstation ist es, mutterlose Seehundbabys, sog. Heuler, wieder fit für die freie Wildbahn zu machen. Hauptattraktion sind natürlich die Becken mit den Seehunden. Aber es gibt auch mehrere Informations- und Mitmachstationen, die die Arbeit der Seehundstation auf unterhaltsame Weise näherbringen.

    Da sich die Einrichtung hauptsächlich durch Spenden, Eintrittsgelder und Einnahmen vom Souvenirshop finanziert, tut man mit seinem Besuch hier auch gleich etwas für den Umweltschutz. Für Interessierte gibt es einen kostenlosen Audioguide für das eigene Smartphone.

    Rollstuhlfahrer*innen haben ermäßigten Eintritt. Begleitpersonen (Merkzeichen B) müssen keinen Eintritt zahlen. Die Seehundstation liegt in Norddeich, in der Nähe vom „Großparkplatz Erlebnisbad Ocean Wave“ (Dörper Weg 22, 26506 Norden).

    Barrierefreiheit – Seehundstation Nationalpark-Haus

    Die Seehundstation ist laut „Reisen für Alle“ teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung.

    • Die gesamte Seehundstation ist stufenlos zugänglich.
    • Am Seehundbecken gibt es einen eigenen Bereich für Rollstuhlfahrer*innen, damit diese freie Sicht haben. Allerdings sitzt man hier etwas weit weg vom Becken, so dass man die Seehunde leider nicht so gut beobachten kann.
    • Die meisten der Mitmachstationen können auch im Rollstuhl ausprobiert werden.
    • Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.
      • Durchgangsbreite Tür: 106 cm.
      • Die Toilette ist nur von links anfahrbar. Breite links neben der Toilette: 80 cm.
      • Auf beiden Seiten befindet sich ein hochklappbarer Stützgriff.
      • Höhe Toilettensitz: 46 cm
      • Tiefe der WC-Schüssel: 54 cm
      • Die Toilette hat keine Rückenlehne.
      • Höhe vom Waschbecken (Oberkante): 83 cm
      • Das Waschbecken ist auf 67 cm mit 30 cm unterfahrbar.
      • Der Spiegel ist im Stehen und Sitzen einsehbar.

    Weitere Urlaubstipps

    Die folgenden Urlaubstipps haben wir selbst nicht getestet. Allerdings sollten sie laut Angaben im Internet oder gemäß Anfragen per Mail zumindest stufenlos zugänglich sein.

    • Nationalparkpromenade und Dünenlandschaft: Die Nationalparkpromenade und die Dünenlandschaft sind nach „Reisen für Alle“ zertifiziert und Teil vom sog. „Das DECK“ – einer modernen Erlebnis- und Erholungsfläche an der Nordseeküste. Hier finden Besucher unter anderem eine öffentliche, barrierefreie Toilette sowie einen speziellen Strandkorb für Rollstuhlfahrer*innen, der über die Kurverwaltung im Haus des Gastes buchbar ist.
    • Waloseum: Das Waloseum bietet eine faszinierende Ausstellung zur heimischen Tierwelt und beeindruckt mit einem 15 Meter langen Pottwalskelett. Zudem beherbergt es die Seehund-Quarantäne-Station der „Seehundstation Nationalpark-Haus“. Das Waloseum ist nach „Reisen für Alle“ zertifiziert, stufenlos zugänglich und verfügt über eine barrierefreie Toilette.
    • Fähre nach Juist: Die autofreie Insel Juist steht für ein besonderes Naturerlebnis. Sowohl die Fähre als auch die Fährterminals in Norddeich und auf Juist sind barrierefrei gestaltet. Allerdings können je nach Tide (Wasserstand) steile Einstiegsrampen entstehen. In diesen Fällen unterstützt das Personal beim sicheren Boarding. Zusätzlich bietet die offizielle Juist-Webseite zahlreiche Tipps für einen barrierefreien Aufenthalt.

    Insel Norderney mit dem Rollstuhl

    Die Insel Norderney ist nach Borkum die zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln. Sie erstreckt sich über 14 Kilometer in Ost-West-Richtung und 2,5 Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Während der Westen der Insel bebaut ist, prägen weitläufige, karge Dünen die Mitte und den Osten.

    An der Nordseite erstreckt sich ein rund 14 Kilometer langer Sandstrand – ideal für lange Spaziergänge und entspannte Stunden am Meer. Einige Strandabschnitte sind zudem barrierefrei gestaltet: Es stehen spezielle, teils elektrische Strandrollstühle zur Verfügung, mit denen du auch auf Sand fahren kannst. Am Nordstrand I, Strandabschnitt C, gibt es sogar einen barrierefreien Strandkorb. Alternativ sind die Strandkörbe an der oberen Strandpromenade bequem erreichbar, da sie auf einem gepflasterten Untergrund stehen (siehe Tour: Entlang der Strandpromenade).

    Das Fahren mit dem eigenen Auto ist auf Norderney grundsätzlich stark eingeschränkt. Wenn du mit dem Auto anreist, kannst du dein Gepäck zunächst zur Ferienunterkunft bringen. Anschließend muss das Fahrzeug auf einem der Insel-Parkplätze abgestellt werden.

    Ausnahme für Menschen mit Schwerbehinderung:
    Schwerbehinderte haben die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Mit dieser dürfen sie ihr Auto auch während des Aufenthalts auf der Insel nutzen.

    Busverkehr auf Norderney

    Auf Norderney verkehren fünf Buslinien, auf denen ausschließlich Niederflur-Bussen mit Rampe fahren. Zusätzlich verfügen alle Busse über eine Kneeling-Funktion, die das seitliche Absenken für einen erleichterten Einstieg ermöglicht. Im Gegensatz zu den Bussen sind die meisten Bushaltestellen sind nicht barrierefrei umgebaut. Beispielsweise sind die Haltestellen am Busbahnhof nur über hohe Bordsteine zugänglich.

    • Linien 1, 2 und 3 verbinden den Hafen mit der Innenstadt.
    • Linien 5 und 6 fahren zur Weißen Düne, sind jedoch nicht ganzjährig im Einsatz.

    Weitere Informationen: Liniennetz Norderney – Inselbus Norderney

    Fähre zwischen Norddeich und Norderney

    Die Fähren zwischen Norddeich und Norderney sind Autofähren und können sowohl mit als auch ohne Fahrzeug genutzt werden. Da das Fahren mit dem Auto auf Norderney stark eingeschränkt ist, empfiehlt es sich, vorab zu prüfen, ob ein Fahrzeug auf der Insel benötigt wird.

    Barrierefreiheit an den Fährterminals und beim Boarding

    Beide Fährterminals in Norddeich und auf Norderney sind barrierefrei gestaltet. Sie verfügen über einen stufenlosen Zugang und barrierefreie Toiletten.

    Für Rollstuhlfahrer*innen, die zu Fuß anreisen, kann es je nach Tide (Wasserstand) zu steilen Einstiegsrampen kommen. In diesen Fällen unterstützt das Fährpersonal beim sicheren Boarding. Da die barrierefreien Toiletten auf den Fähren oft nicht der DIN-Norm entsprechen, wird empfohlen, die sanitären Einrichtungen in den Terminals zu nutzen.

    Empfohlene Fähre für barrierefreies Reisen

    Reisende mit Auto sollten bevorzugt die Fähre Frisia 3 nutzen, da sie als einzige Fähre über einen Aufzug verfügt. Dieser ermöglicht einen barrierefreien Zugang vom Parkdeck ins Innendeck sowie auf das Außendeck.

    Falls die Frisia 3 zeitlich nicht erreicht wird, empfiehlt es sich für Reisende mit Auto und einer Begleitperson, das Fahrzeug vor dem Betreten der Fähre zu verlassen und im Rollstuhl an Bord zu gehen. Die Begleitperson kann das Auto anschließend auf die Fähre fahren und parken.

    Weitere Infos:

    Am Fährterminal Norddeich gibt es eine große Anzahl an Parkplätzen. Die Fähre ist mit entsprechender Wertmarke für Rollstuhlfahrer*innen wie auch für deren Begleitperson (Merkzeichen B) kostenlos. Allerdings muss vor der Rückfahrt von Norderney ein Gästebeitrag bezahlt werden. Dabei zahlen Menschen mit einem GdB von 100 % nur den halben Gästebeitrag. Begleitpersonen müssen keinen Gästebeitrag bezahlen.

    Sandstrand „Weiße Düne“

    Die „Weiße Düne“ ist berühmt für ihren weißen Sandstrand. Dank befestigter Wege können auch Rollstuhlfahrer*innen dieses wunderschöne Stück Natur genießen. Zudem gibt es eine stufenlos zugängliche Plattform mit Kiosk, barrierefreier Toilette und einem herrlichen Ausblick auf das Meer. Auf halber Strecke zum Strand liegen das Restaurant „Weisse Düne“ und die Boutique „Weisse Düne“.

    Barrierefreiheit – Weiße Düne
    • Vom Parkplatz / der Bushaltestelle „Weisse Düne“ führt ein befestigter Weg zum Strand. Der Weg ist stellenweise über 12 % steil.
    • Am Ende vom Weg gibt es eine stufenlos zugängliche Plattform mit Kiosk und barrierefreier Toilette:
      • Der Eingang zur barrierefreien Toilette hat eine 6,5 cm hohe Stufe.
      • Die Toilette lässt sich mit dem Euro-WC-Schlüssel öffnen.
      • Die Toilette ist von rechts anfahrbar.
    • Von der Plattform aus führt ein befestigter Weg entlang vom Strand in Richtung Osten.
    Anreise mit dem Bus

    Von der Bushaltestelle „Norderney Weisse Düne“ sind es rund 400 m zum Sandstrand. Die Linie 6 verbindet die „Weisse Düne“ direkt mit dem Hafen. Allerdings fährt diese nur von Anfang Juli bis Mitte August. Alternativ kannst du mit der Linie 3 bis zur Haltestelle „Wasserturm“ fahren und dort in die Linie 5 Richtung „Weisse Düne“ umsteigen. Die Linie 5 fährt mit einigen Wochen Unterbrechung ganzjährig. Zu Fuß sind es 1,6 Kilometer vom Hafen zur Haltestelle „Wasserturm“.

    Tour: Von der „Weißen Düne“ zur Strandpromenade

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    Mehr Informationen
    Infos zu komoot

    Den genauen Streckenverlauf siehst du, wenn du oben im komoot-Fenster auf die kleine Karte rechts unten klickst. Eine größere Karte und weitere Fotos findest du unter dem Link „Alle Details zu dieser Tour ansehen“. Dafür ist keine Anmeldung bei komoot notwendig. Nur um die GPS-Daten herunterzuladen, ist eine Anmeldung nötig.

    Wegbeschreibung – Von der Weißen Düne zur Strandpromenade

    Die Tour startet auf halber Strecke zwischen der Bushaltestelle „Weisse Düne“ und dem Restaurant „Weisse Düne“. Ziel ist die Strandpromenade am Nordstrand. Die Tour verläuft ausschließlich auf befestigten Wegen. Allerdings ist der Weg stellenweise steiler als 12 Prozent. Die Tour folgt einem Abschnitt vom markierten Rundweg „S3: Weltnaturerbelauf“. Entlang der Strecke gibt es keine Toilette.

    Durch die Dünenlandschaft

    Wir folgen dem Weg auf gepflastertem Untergrund bis wir an eine Umlaufschranke kommen. Dort halten wir uns rechts und folgen dem Weg. Unterwegs kommen wir an der „Thalasso-Plattform am Zuckerpatt“ (stufenlos zugänglich, aber sehr steil) vorbei. Nach rund 2 Kilometern verlassen wir die Dünenlandschaft. Wir folgen dem Weg weiter bis wir den Stadtrand erreichen.

    Am Stadtrand entlang zur Strand-Promenade

    An der T-Kreuzung biegen wir rechts in die Emsstraße. Wir folgen der Emsstraße bis nach rund 800 m eine Seitenstraße rechts in Richtung Strand führt. Über die Seitenstraße gelangen wir schließlich zum Restaurant Cornelius, das das östliche Ende der befestigten Strandpromenade markiert.

    Tour: Entlang der Strandpromenade

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    Wegbeschreibung – Entlang der Strandpromenade

    Die Tour startet am östlichsten Rand der befestigten Strandpromenade. Ziel ist der Fährhafen. Die Tour verläuft ausschließlich auf befestigten Wegen. Allerdings gibt es einen 500 m langen Abschnitt mit einem recht holprigen Untergrund. Entlang der Strecke gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten und mehrere öffentliche barrierefreie Toiletten.

    Entlang vom Nord-Strand

    Wir starten am Restaurant Cornelius und biegen hier links auf die Strandpromenade ab. Wir haben uns für den oberen Weg der Strandpromenade entschieden, da man von hier einen herrlichen Blick auf das Meer hat. Nach 175 m kommen wir an der Badehalle Nord vorbei, wo es eine öffentliche barrierefreie Toilette gibt. Nach weiteren 400 m gelangen wir zum „Surfcafé“. Hinter dem Surfcafé halten wir uns links und verlassen die Strandpromenade, um eine Straße weiter oben der Kaiserstraße zu folgen. Unterwegs kommen wir an der Georgshöhe vorbei. Schließlich biegen wir nach weiteren 250 m links in die Luciusstraße ab. An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts in die Knyphausenstraße und erreichen unseren Restaurant- / Imbisstipp die Fischgeniesserei. Nach dem Fischrestaurant biegen wir an der nächsten Kreuzung rechts in die Moltkestraße und erreichen nach wenigen Metern wieder die Strandpromenade. Von dort geht die Tour links entlang vom Meer weiter.

    Entlang vom West-Strand

    Nach einem kurzen Stück kommen wir am Café und Restaurant „Marienhöhe Norderney“ vorbei. Nach weiteren 250 halten wir uns an der Kreuzung mit der Strandstraße schräg rechts und sehen vor uns die Weststrand-Bar. An der Bar teilt sich der Weg. Um das Strandpanorama weiter genießen zu können, nehmen wir den rechten Weg. Wobei dieser die nächsten 500 m recht holprig ist.

    • Alternativroute: Wer dieses holprige Stück umfahren möchte, nimmt den Weg links an der Weststrand-Bar vorbei. Am Ende vom Weg biegen wir links und sofort wieder rechts auf die Weststrandstraße. Am Ende der Weststrandstraße geht es rechts in die Bülowallee. Wir folgen der Bülowallee bis sie in die Hafenstraße übergeht. Die Hafenstraße bringt uns schließlich zurück an den Fährhafen.
    • Hauptroute: Unterwegs kommen wir an der Badehalle am Weststrand vorbei, wo sich eine öffentliche barrierefreie Toilette befindet. Nach insgesamt 500 m lassen wir den holprigen Untergrund hinter uns und haben nun wieder gut befahrbaren Asphalt unter unseren Rädern. Allerdings weißt uns ein Schild nach wenigen Metern darauf hin, dass hier der letzte barrierefreie Übergang zum Hafen ist. Daher machen wir einen Beinahe-U-Turn nach links und gelangen über einen kurzen Anstieg auf den Damm oberhalb vom Strand. Wir folgen dem gut befahrbaren Weg auf dem Damm. Nachdem der Weg eine sanfte Biegung nach links macht, sehen wir bereits die Fähre in der Ferne. Am Ende vom Weg fahren wir geradeaus in die Straße „Zum Fähranleger“. Nach wenigen Metern biegen wir dann rechts in den Gorch-Fock-Weg, über den wir schließlich unser Ziel, den Fährhafen, erreichen.

    Weitere Urlaubstipps

    Die folgenden Urlaubstipps haben wir selbst nicht getestet. Allerdings sollten sie laut Angaben im Internet oder gemäß Anfragen per Mail zumindest stufenlos zugänglich sein.

    • Barrierefreies Wandern: Die Wanderungen sind vom Tourismusbüro Norderney als barrierefrei eingestuft. Speziell der Thalasso-Kur-Weg 2 sowie der Weg N3 und N4 bieten eine schöne Mischung aus Strand- und Stadt-Erlebnis. Für die Wanderungen sind jeweils die GPS-Daten, aber keine Details zur Barrierefreiheit vorhanden.
    • Watt Welten Besucherzentrum: Das Watt Welten Besucherzentrum bietet einen Einblick ins Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Es ist nach „Reisen für Alle“ als teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer zertifiziert. Dabei ist das gesamte Besucherzentrum stufenlos zugänglich und es gibt eine barrierefreie Toilette.

    Essen und Trinken

    Entlang der Strandpromenade und in der Innenstadt gibt es eine große Anzahl an Restaurants und Cafés, von denen die meisten zumindest einen stufenlos zugänglichen Außenbereich haben. Teilweise ist aber auch deren Innenbereich stufenlos zugänglich. Sollte das gewählte Restaurant oder Café keine passende Toilette haben, so gibt es entlang der Strandpromenade immer wieder öffentliche barrierefreie Toiletten.

    Fischgeniesserei (und Combi Verbrauchermarkt Norderney)

    Auch wenn sich die Fischgeniesserei etwas abseits von der Strandpromenade befindet, so ist sie doch jeden Abstecher wert. So haben wir hier unser bisher bestes Fischbrötchen mit Matjes gegessen (soviel sei verraten: das Geheimnis ist die frische Feige). Leider ist nur der Außenbereich von der Fischgeniesserei stufenlos zugänglich. Was unserer Meinung nach aber nicht wirklich problematisch ist, da ein Fischbrötchen mit Blick aufs Meer sowieso viel besser schmeckt. Also Fischbrötchen einpacken lassen, zum Strand gehen und genießen. Weitere Gerichte findest du auf der Speisekarte von der Fischgeniesserei.

    Wenn du keinen Fisch magst, findest du im Combi Verbrauchermarkt Norderney passende Alternativen. Der Supermarkt befindet sich schräg gegenüber von der Fischgeniesserei und bietet unter anderem Sandwiches an. Zusätzlich findest du dort die übliche Auswahl an Lebensmitteln und Getränken, um deinen Proviant aufzufüllen.

    Emden mit dem Rollstuhl

    Emden liegt rund 24 km südlich von Greetsiel. Mit dem Auto dauert die Fahrt zirka 30 Minuten. Seit über 1.200 Jahren prägt der Hafen die Stadt. Heute ist Emden mit über einer Millionen Fahrzeugen einer der wichtigsten Umschlaghäfen für Fahrzeuge in Europa. Für Tourist*innen ist dabei eher der historische Binnenhafen, der sog. Ratsdelft, interessant. So befinden sich um den Ratsdelft einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Ostfriesische Landesmuseum Emden, die Anlegestelle der Schiffsrundfahrten und „Dat Otto Huus“.

    Parken in Emden: Wir haben auf dem Behindertenparkplatz „Am Burggraben 7, 26721 Emden“ geparkt. Von dort sind es 350 Meter zum historischen Binnenhafen. Eine Liste mit alle Behindertenparkplätzen in Emden findest du auf der Webseite der Tourist-Info.

    Dat Otto Huus

    Dat Otto Huus ist das Museum von und über den Komiker Otto Waalkes, der in Emden aufgewachsen ist. Besonders bekannt ist Otto für seine Ottifanten, denen man im Museum häufiger begegnet. Leider ist weder das Museum (1. Stock ohne Aufzug) noch der Museumsshop (Erdgeschoss, eine 11 cm hohe Stufe) barrierefrei zugänglich.

    Wer auf ein Souvenir von den Ottifanten nicht verzichten möchte, findet eine kleine Auswahl zum Beispiel auch im Edeka von Greetsiel. Mehr Souvenirs gibt es im offiziellen Ottifanten Online-Shop.

    Große Hafenfahrt

    Von April bis Oktober findet die große Hafenfahrt jeweils dienstags, mittwochs, freitags und samstags um 11:45 und 15:45 Uhr statt. Die Anlegestelle vom Schiff befindet sich am Ende vom historischen Binnenhafen, direkt hinter dem „Hafentor Emden“. Die Rundfahrt dauert 2,5 Stunden. Dabei erfährt man während der Fahrt spannende Details zum Emdener Hafen und zu den dort vor Anker liegenden Schiffen.

    Unter anderem beinhaltet die Hafenfahrt eine Schleusenfahrt, um vom Hafen in den Fluss Ems zu gelangen. Während der Fahrt werden Kaffee, Kuchen sowie Snacks und weitere Getränke verkauft.

    Barrierefreiheit – Große Hafenfahrt
    • Das untere Deck vom Schiff „Atlantis“ ist stufenlos zugänglich.
    • Der Zugang vom Kai erfolgt über eine Rampe mit geringer Steigung.
    • Von dort (Außendeck) geht es über eine kleine Rampe ins untere Deck.
    • Je nach Breite müssen Elektro-Rollstühle auf dem Außendeck stehen bleiben.
    • An Bord gibt es keine barrierefreie Toilette. Dafür gibt es aber an der Anlegestelle vom Schiff eine öffentliche barrierefreie Toilette. Die barrierefreie Toilette kann mit einem Euro-WC-Schlüssel geöffnet werden. Die Tür ist recht schwergängig.
    • Mit 72 cm sind die Tische gut unterfahrbar.

    Ostfriesisches Landesmuseum Emden

    Wenn du dich für Geschichte interessierst, solltest du das Ostfriesische Landesmuseum Emden auf keinen Fall verpassen. So erfährst du hier auf fünf Etagen viele Details zur lokalen Geschichte. Und zwar von der ersten Besiedlung bis in die heutige Zeit. Die zweite Etage widmet sich dabei speziell der Geschichte der Stadt Emden. Insgesamt umfasst die Sammlung über 50.000 Objekte (Details zur Museumssammlung).

    Zu einzelnen Objekten gibt es einen Audioguide für das eigene Smartphone. Neben der Dauerausstellung gibt es wechselnde Sonderausstellungen.

    Rollstuhlfahrer*innen haben ermäßigten Eintritt. Begleitpersonen (Merkzeichen B) müssen keinen Eintritt zahlen. Im Erdgeschoss befinden sich ein Museumsshop und eine barrierefreie Toilette. Das Museum liegt am Rand vom historischen Binnenhafen.

    Barrierefreiheit – Ostfriesisches Landesmuseum Emden
    • Abgesehen vom Aussichtsturm ist das Museum stufenlos zugänglich.
    • Ein großer Aufzug verbindet die einzelnen Etagen barrierefrei.
    • Im Erdgeschoss gibt es eine barrierefreie Toilette.
      • Die Toilette ist von beiden Seiten anfahrbar.
      • Auf beiden Seiten befindet sich ein klappbarer Stützgriff.
      • Die Taste für die Toilettenspülung befindet sich an der Wand.
      • Die Toilette hat keine Rückenlehne.
      • Das Waschbecken ist auf 67 cm mit 30 cm unterfahrbar.
      • Der Spiegel ist im Stehen und Sitzen einsehbar.

    Weitere Urlaubstippps

    Die folgenden Urlaubstipps haben wir selbst nicht getestet. Allerdings sollten sie laut Angaben im Internet oder gemäß Anfragen per Mail zumindest stufenlos zugänglich sein.

    • Fähre nach Borkum: Die Fähre nach Borkum startet vom Emdener Hafen (Zum Borkumanleger 6, 26723 Emden). Die Fähre, das Fährterminal in Emden und das auf Borkum sowie der Bahnhof der Inselbahn sollten für Rollstuhlfahrer*innen ausreichend barrierefrei sein. Weitere Tipps zu einem barrierefreien Aufenthalt bietet die Webseite von Borkum. Am Fährterminal gibt es eine große Anzahl an Parkplätzen.
    • Friesentherme Emden: Wer bei Schmuddelwedda etwas wärmende Erholung sucht, ist in der Friesentherme genau richtig. Die Therme ist nach „Reisen für Alle“ zertifiziert. Große Teile der Therme sind stufenlos zugänglich. Es gibt einen eigenen Umkleidebereich, eine barrierefreie Toilette, eine rollstuhlgerechte Dusche sowie einen Schwimmbadlifter, um barrierefrei ins Becken zu kommen.
    • Kunsthalle Emden: Die Kunsthalle Emden ist ein Museum für die Kunst der Moderne und der Gegenwart. Neben Ausstellungen aus der eigenen Sammlung bietet die Kunsthalle regelmäßig hochkarätige Wechselausstellungen an. Das Museum ist nach „Reisen für Alle“ zertifiziert. Details zur Barrierefreiheit findest du auch auf der Webseite der Kunsthalle.
    • Öffentliche Stadtführung Emden: Von April bis in den Dezember bietet das Stadtmarketing Emden jeden Samstag eine öffentliche Stadtführung an. Start der Führung ist um 11 Uhr an der Tourist-Info am historischen Binnenhafen (dem sog. Ratsdelft). Die Führung dauert 90 Minuten. An der Tourist-Info gibt es eine barrierefreie Toilette.
    • Werksbesichtigungen im VW-Werk Emden: Früher wurden im VW-Werk Emden der VW Käfer und später der Passat produziert. Moment erfolgt die Umwandlung in ein E-Auto-Werk. So wird hier seit 2022 der ID.4 produziert. Im Gegensatz zur Intensivtour können an der Kompakttour auch Rollstuhlfahrer*innen teilnehmen. Die Führungen finden jeweils von Montag bis Freitag statt. Es gibt keine Mindestteilnehmerzahl. In der Empfangshalle vom Besucherdienst gibt es eine barrierefreie Toilette.

    Essen und Trinken

    Emder Heringslogger

    Praktischerweise befindet sich der Fischimbiss Emder Heringslogger (Bittners Fischspezialitäten) direkt neben dem Hafentor, wo die Hafenfahrt startet. So kann man bequem vor oder nach der Rundfahrt einen leckeren Imbiss zu sich nehmen. Der Imbiss hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

    Barrierefreiheit – Ostfriesisches Landesmuseum Emden
    • Der Imbisswagen ist stufenlos zugänglich.
    • Der Imbisswagen steht auf grobem, schlecht befahrbarem Kopfsteinpflaster.
    • Die Theke ist zirka 1,40 m hoch.
    • Vor dem Imbisswagen gibt es mehrere Sitzbänke und Tische, die nicht überdacht sind.
    • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette ist 60 m entfernt: Am Delft 19, 26721 Emden.

    Jever mit dem Rollstuhl

    Jever liegt rund 65 km östlich von Greetsiel. Mit dem Auto dauert die Fahrt rund 60 Minuten. Wer beim Namen Jever zunächst an Bier denkt, liegt hier genau richtig. So befindet sich die Bierbrauerei Jever mitten in der Innenstadt von Jever. Leider ist weder die Brauerei-Besichtigung noch der Jever-Shop (Schlachtstraße 2, 26441 Jever) mit dem Rollstuhl zugänglich. Und auch die berühmte Blaudruckerei ist nur über zwei Stufen zugänglich. Warum wir Jever hier trotzdem empfehlen, liegt am Schlossmuseum Jever, welches für Geschichtsinteressierte absolut sehenswert ist. Allerdings muss man auch hier gleich anmerken, dass das Museum nur teilweise rollstuhlgerecht ist.

    Tourist-Information Jever: Die Tourist-Information Jever (Alter Markt 18, 26441 Jever) hat regulär von Montag bis Freitag von 9:30 – 16:30 Uhr geöffnet. In der Hauptsaison hat sie zusätzlich samstags  von 10:00 – 14:00 Uhr geöffnet.

    Öffentliche barrierefreie Toiletten
    • Barrierefreie Toiletten in der Tourist-Information (Alter Markt 18, 26441 Jever): nur während den Öffnungszeiten der Tourist-Information zugänglich.
    • Barrierefreie Toiletten am Parkplatz Theodor Pekol Platz (Parkplatz 1, Theodor-Pekol-Platz 5, 26441 Jever): mit dem Euro-WC-Schlüssel durchgängig zugänglich.
    • Barrierefreie Toiletten am Parkplatz Grüner Garten (Parkplatz 3, Grüner Garten, 26441 Jever): mit dem Euro-WC-Schlüssel durchgängig zugänglich.

    Parken in Jever: Wir haben auf dem Behindertenparkplatz vor der Tourist-Info (Schloßstraße, 26441 Jever) geparkt. Von hier sind es 200 Meter zum Schlossmuseum Jever. Ein weiterer Vorteil von diesem Parkplatz ist, dass es in der Tourist-Info eine barrierefreie Toilette gibt (nur während den Öffnungszeiten zugänglich). Ein weiterer Parkplatz befindet sich auf der anderen Straßenseite: Schloßplatz 1, 26441 Jever. Hier hat man vom Behindertenparkplatz aus einen freien Blick auf das Glockenspiel zu Jever.

    Schlossmuseum Jever

    Das Schloss geht auf eine Wehranlage ostfriesischer Häuptlinge zurück und war seinerzeit Sitz der „Herrschaft Jever“. Heute beheimatet das Schloss ein Museum, welches sich mit der eigenen Geschichte beschäftigt. Zudem befindet sich im Museum eine Dauerausstellung zur lokalen Kultur- und Landesgeschichte (Übersichtsplan vom Museum). Neben der Dauerausstellung gibt es wechselnde Sonderausstellungen.

    Öffentliche Kostümführung:
    Ein besonderes Highlight sind die öffentlichen Kostümführungen im Schloss Jever. Diese finden in den Sommermonaten jeden Sonntag um 15:00 Uhr statt. Gruppen können die Kostümführung auch individuell buchen.

    An der Museumskasse gibt es einen kostenlosen Audioguide. Rollstuhlfahrer*innen haben ermäßigten Eintritt. Begleitpersonen (Merkzeichen B) müssen keinen Eintritt zahlen. Im Erdgeschoss befindet sich das Schloss Café und eine nicht rollstuhlgerechte, barrierefreie Toilette. Der Museumsshop ist nur über Stufen zugänglich. Um das Schloss gibt es einen englischen Landschaftpark mit Kieswegen.

    Barrierefreiheit – Schlossmuseum Jever
    • Abgesehen vom Schlossturm und der Kasse ist das Museum stufenlos zugänglich.
    • Der Hof vor dem Schloss hat ein grobes Kopfsteinpflaster. Allerdings führt ein Weg außen um den Hof, der gepflastert und gut befahrbar ist.
    • Der Durchgang zum Küchensaal mit der Film-Vorführung, zur barrierefreien Toilette und zum Schlosscafé ist mit 77 cm im Gegensatz zu den anderen Türen deutlich schmaler.
    • Im Museum gibt es einzelne, kurze Rampen mit einer Steigung von mehr als 20 Prozent.
    • Ein Aufzug verbindet die einzelnen Etagen:
      • Türbreite: 90 cm
      • Tiefe vom Aufzug: 150 cm
      • Tragfähigkeit vom Aufzug: 650 kg
    • Im Erdgeschoss gibt es eine barrierefreie Toilette:
      • Der Weg zur barrierefreie Toilette führt über eine kurze Rampe mit einer Steigung von mehr als 20 Prozent. Der engste Durchgang zur Toilette beträgt 77 cm.
      • Die Toilette ist nur von vorne anfahrbar.
      • Die Taste für die Toilettenspülung befindet sich an der Wand.
      • Vor der Toilette gibt es nur eingeschränkte Wendemöglichkeiten.
      • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette befindet sich in der Tourist-Info (Alter Markt 18, 26441 Jever) und ist 200 m entfernt.

    Weitere Urlaubstipps

    Die folgenden Urlaubstipps haben wir selbst nicht getestet. Allerdings sollten sie laut Angaben im Internet oder gemäß Anfragen per Mail zumindest stufenlos zugänglich sein.

    • Öffentliche Stadtführung Jever: Von April bis Ende Oktober bietet die Stadtführung einen Einblick in die Geschichte der Stadt Jever. Die Führung findet jeweils dienstags um 15:30 Uhr statt. Start der Führung ist die Tourist-Info (Alter Markt 18, 26441 Jever). Die Führung dauert 60 Minuten. Die Stadtführung ist nur eingeschränkt für Rollstuhlfahrer*innen geeignet, da die Tour teilweise über Kopfsteinpflaster führt. In der Tourist-Info gibt es eine barrierefreie Toilette. Eine Übersicht über weitere Führungen bietet die Webseite der Stadt Jever.
    • Rollstuhlfahrrad: Über den Verein „Dein Deichrad“ besteht die Möglichkeit, ein Rollstuhlfahrrad zu mieten. Das Fahrrad ist so gebaut, dass man im eigenen Rollstuhl sitzen bleiben kann. Das Fahren und Lenken übernimmt eine zweite Person. Ein E-Motor unterstützt beim Antrieb vom Fahrrad.

    Essen und Trinken

    Die folgende Webseite bietet eine Übersicht über die barrierefreien Gastronomiebetriebe in Jever. Barrierefreie Betriebe sind mit einem Rollstuhlpiktogramm gekennzeichnet.

    Schloss Café & Teepavillon

    Das Schloss Café befindet sich im Schloss Jever. Neben einer Auswahl an Kuchen und Torten bietet das Café frische Waffeln an. Dazu gibt es verschiedene Tees, Kaffee-Spezialitäten und eine extrem nette Bedienung.

    Barrierefreiheit – Schloss Café & Teepavillon
    • Stufenlos ist der Innenbereich nur über das Schlossmuseum Jever zugänglich. Allerdings führt der Zugang über eine kurze Rampe mit einer Steigung von mehr als 20 Prozent. Der engste Durchgang zum Café beträgt 77 cm. Wer nur ins Café möchte, muss keinen Eintritt bezahlen.
    • Der Außenbereich ist stufenlos über den Schloss-park zugänglich. Allerdings fährt man hier über Kieswege.
    • Im Innenbereich vor dem Café gibt es eine barrierefreie Toilette:
      • Die Toilette ist nur von vorne anfahrbar.
      • Die Taste für die Toilettenspülung befindet sich an der Wand.
      • Vor der Toilette gibt es nur eingeschränkte Wendemöglichkeiten.
      • Die nächste, öffentliche barrierefreie Toilette befindet sich in der Tourist-Info (Alter Markt 18, 26441 Jever) und ist 200 m entfernt.

    Fazit unseres barrierefreien Urlaubs in Ostfriesland

    Insgesamt hatten wir trotz des wechselhaften Wetters einen fan­tas­tischen Urlaub. Ostfriesland bietet eine tolle Mischung aus beschaulichen Städtchen und einprägsamer Natur. Generell haben wir die Ostfries*innen als ein sehr freundliches und entspanntes Volk kennengelernt. Man könnte glatt meinen, dass diese selbst im Urlaub sind.

    Als Urlaubsort hat uns Greetsiel mit seiner romantischen Altstadt, den vielen Restaurants und der umliegenden Natur voll überzeugt. Allerdings muss man hier gerade in der Hauptsaison mit recht vielen Tourist*innen rechnen. Auch die Ferienwohnung Kluntje hat uns sehr gut gefallen und unseren Ansprüchen vollkommen genügt, obwohl sie nur bedingt rollstuhlgerecht ist.

    Alles in allem wird dies sicher nicht unser letzter Urlaub in Ostfriesland gewesen sein.

    Fragen und Kritik:
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