Rolli-Reise­be­richt: Usedom – Koserow (2020)

Inhalts­ver­zeichnis: Allge­meines / Anreise / Koserow (mit Unter­kunft) / Peene­münde (Ausflug) / Swine­münde (Ausflug) / Kommentare

Klappe, die zweite. Nachdem wir bereits 2018 auf Usedom in Koserow waren, hat es uns Mitte September 2020 gleich noch einmal für eine Woche auf die schöne Insel an der Ostsee verschlagen.

Warum?… Weil’s da schön ist. – Geht das auch genauer?… Na klar. Viel Spaß beim Lesen.

(Anmerkung: Solltest du weitere Fragen haben, kannst du uns diese gerne über den Kommen­tar­be­reich stellen. Natürlich freuen wir uns auch über allge­meines Feedback.)

Allge­meines

Mit im Schnitt über 1.900 Sonnen­stunden im Jahr gehört Usedom zu den sonnen­reichsten Urlaubs­re­gionen Deutsch­lands. Dazu locken auf Usedom viele wunder­schöne Sandstrände gerade im Sommer viele badebe­geis­terte Touristen auf die Insel. Auch für Rollstuhl­fahrer haben einige Orte auf Usedom Allerlei zu bieten. Details dazu findet man u.a. in der

Broschüre „Sonnen­insel Usedom Barrie­refrei“ (zu beziehen über die Usedom Tourismus GmbH)

Aller­dings stammt die Broschüre aus dem Jahre 2015 und somit sind hier sicher nicht mehr alle Angaben ganz aktuell. Gerade bzgl. Unter­künfte findet man in der Broschüre nur eine sehr kleine Auswahl der wirklich vorhan­denen Hotels und Ferien­woh­nungen. In der Broschüre wie auch auf Hotel- und Ferien­woh­nungs­por­talen muss man, wie so häufig als Rolli­fahrer, extrem genau hinschauen, wenn die Bezeichnung „barrie­refrei“ angegeben ist. So verstehen einige Menschen wohl immer noch barrie­refrei schlicht als „stufenlos zugänglich“. Und so kann ein als „barrie­re­freier Strand­zugang“ schlicht stufenlos sein und und der ebenerdige Weg direkt hinter der Düne in feinem Sand enden. Also Obacht!

Was auf Usedom wirklich barrie­refrei ist, sind die Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB). Bei Bedarf legt der oder die Schaffner*in eine Rampe an den mit einem Rollstuhl markierten Eingang an. Sowohl das Ein- wie auch das Aussteigen haben bei immer einwandfrei geklappt. Die Züge fahren von der Nordspitze der Insel (Peene­münde) bis rüber an die Ostspitze (Swine­münde, der polnische Teil von Usedom). So kann man mit der Bahn zumindest die Meerseite von Usedom mit den Kaiser­bädern (Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin) und den Bernstein­bäder (Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz) ohne Auto ganz gemütlich entdecken. Das Achterland (die Seite in Richtung Festland) kann mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln leider nicht spontan erkundet werden. So ist bislang nur ein Teil der Busflotte rollstuhl­ge­recht. Um die Busse als Rolli­fahrer nutzen zu können muss man daher seine geplante Fahrt bei der UBB vorher anmelden, damit die Leitstelle der UBB für die entspre­chende Strecke dann einen rollstuhl­ge­rechten Bus einsetzt (Details zur Barrie­re­freiheit der UBB).

Aber nicht nur auf Usedom brauch man kein Auto, sondern an sich auch nicht für die Anreise (von Esslingen sind es mit dem Auto rund 900 km). So gab es auch in 2020 die Möglichkeit eines Direkt­flugs von Stuttgart nach Usedom (Flughafen Heringsdorf).

Anreise

In der Urlaubs­saison von Anfang April bis Ende Oktober fliegt Eurowings norma­ler­weise jeden Samstag direkt von Stuttgart nach Usedom (Flughafen Heringsdorf). Da sich Flugpläne nun mal immer wieder ändern, können wir hier nicht sagen „ob“ und „von-wann-bis-wann“ es diese Flüge auch in Zukunft wieder geben wird. Aktuelle Details zu den Flügen gibt es unter: www.eurowings.de/…/

Flugzeug auf dem Landeplatz
Der Flughafen Heringsdorf (Aufnahme aus einem Flugzeug)
Behinderten-Toilette am Flughafen Heringsdorf
Flugplatz Heringsdorf
Flughafen Heringsdorf
Die Behin­derten-Toilette in der Abflugs­halle (vor der Sicherheitskontrolle)
 
previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow

Flug von Stuttgart nach Heringsdorf

Der Einstieg ins Flugzeug verlief am Flughafen Stuttgart wie gewohnt routi­niert über ein Fahrzeug mit Lift-Funktion (sog. Ambulift) und mittels des üblichen Bordroll­stuhls. Wer hierzu noch Fragen hat kann sich u.a. auch an den „Boarding Support“ des Flughafen Stutt­garts wenden. 

Da es sich beim Flughafen Heringsdorf um einen eher kleinen Flughafen handelt, gibt es dort natürlich keinen Ambulift. Statt­dessen führt der Weg aus dem Flugzeug über die Gangway. Einfach im Bordroll­stuhl runter­tragen ist hier die (leicht schwan­kende) Lösung. Unten angekommen wartete schon mein mecha­nische Rollstuhl. Die Gepäck­ausgabe und den Ausgang kann man aufgrund der Größe des Flughafens wirklich nicht verfehlen und so standen wir schon kurze Zeit nach der Ladung vor dem Flughafen. 

Lediglich Rolli­fahrer, die nach dem Flug mal müssen, müssen ein wenig Ungemach in Kauf nehmen. So befindet sich die einzige Behin­derten-Toilette des Flughafens in der Abflug­halle. Wobei die Toilette die Bezeichnung Behin­derten-Toilette nur sehr bedingt verdient. Die Toilette ist, nett ausge­drückt, recht kompakt (siehe Fotos) und von innen leider nicht abschließbar. Für denn Rückflug sollte man beachten, dass es hinter der Sicher­heits­kon­trolle keine Behin­derten-Toilette mehr gibt. Also im Zweifelsfall lieber vorher noch mal „frisch machen“.

Weiter nach Koserow

Vor dem Flughafen warten dann meist schon einige Taxis und der Shuttle-Service diverser Hotels um die Touristen auf die verschie­denen Ferienorte zu verteilen – auch auf uns. So hatten wir uns dieses Mal ganz „unschwä­bisch“ ein Taxi gegönnt. Prakti­scher­weise gibt es in Koserow ein Taxiun­ter­nehmen, das mehrere rollstuhl­ge­rechte Fahrzeuge besitzt. Die Fahrt mit dem Taxi dauert ungefähr 20 Minuten und kostet rund 60,- €.

Theore­tisch wäre es auch möglich mit den öffent­lichen Verkehrs­mitteln vom Flughafen nach Koserow zu fahren. Die Fahrt dauert laut Reise­aus­kunft der Deutschen Bahn (exL) aller­dings ca. 75 Minuten. Zunächst geht es mit dem Bus (sicher rollstuhl­ge­recht nur nach Voranmeldung bei der Leitstelle der UBB) nach Heringsdorf und von dort dann weiter mit der Bahn zum Bahnhof Koserow. Den restlichen Weg zur Unter­kunft darf man dann laufen.

Koserow (mit Unterkunft)

Das Ostseebad Koserow liegt an der dünnsten Stelle der Insel Usedom und gehört zu den sog. Bernstein­bädern. Im Mai 2011 landete Koserow im landes­weiten Wettbewerb “Barrie­re­freies Reisen für alle” auf dem 3. Platz. Das ist jetzt schon ein paar Jährchen her und in Deutschland hat sich im Bereich barrie­re­freier Tourismus einiges getan. Aus meiner persön­lichen Sicht als Rollstuhl­fahrer kann ich aller­dings sagen, dass wir dort einen sehr schönen barrie­re­freien Urlaub erlebt haben. Neben dem barrie­re­armen Strand gibt es in Koserow eine Vielzahl an stufenlos zugäng­lichen Restau­rants und Läden. So findet auch der sparsame Ferien­woh­nungsgast im lokalen Netto-Super­markt, dem gegenüber liegenden Geträn­keland und im Kaufhaus Martin Stolz alles was man so an Verpflegung und Sonstigem so braucht.

Koserower Strand mit Strandkörben
Die barrierefreien Strandkörbe am Koserower Strand
Die Strandkorbvermietung für die barrierefreien Strandkörbe
Befestigter Weg über die Düne am Koserower Strand
Rollstuhlfahrer im barrierefreien Strandkorb
Vorplatz Seebrücke Koserow
Blick auf die Bauarbeiten zur neuen Seebrücke Koserow
Aussichtspunkt oberhalb vom Strand (vor dem Restaurant Kiek Över und der Riff Lounge)
Kurverwaltung Koserow (stufenloser Zugang)
Koserower Salzhütte
Bahnhof Koserow
Befes­tigter Weg am Koserower Strand
Mehrere barrie­re­freie Strand­körbe am Koserower Strand
Die Strand­korb­ver­mietung für die barrie­re­freien Strandkörbe
Der befes­tigte Weg über die Düne zum Strand
Glück wer einen der begehrten barrie­re­freien Strand­körbe ergattert.
Vorplatz Seebrücke Koserow
Blick auf die Bauar­beiten zur neuen Seebrücke Koserow
Aussichts­punkt oberhalb vom Strand (vor dem Restaurant Kiek Över und der Riff Lounge)
Kurver­waltung Koserow
Koserower Salzhütte
Bahnhof Koserow
 
previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow

Unter­kunft

Wer auf der Suche nach einer Ferien­un­ter­kunft in Koserow ist wendet sich am besten an die Kurver­waltung Koserow (exL). Diese schickt einem auf Anfrage eine Vielzahl an nützlichen Tipps für Menschen mit Handicap zu. Bei den genannten Unter­künften muss man aller­dings darauf achten, dass es sich lediglich um „barrie­re­freund­liche Unter­künfte“ handelt. Und so muss man auch hier letzt­endlich die einzelnen Anbieter abklappern um heraus­zu­finden, ob die jeweilige Unter­kunft für einen selbst barrie­re­freundlich genug ist:



Wir selbst hatten uns für eine wirklich traum­hafte Ferien­wohnung in Koserow entschieden. Gerne würden wir das „Atriumhaus Struwel­peter“ weiter­emp­fehlen, aber leider wird dieses aber nächster Saison privat genutzt und steht Gästen somit nicht mehr zur Verfügung.

Strand Koserow

Urlaub am Meer ohne Strand is wie Spätzle ohne Soß. Geht net. Und so spielt, unserer Meinung nach, ein möglichst barrie­re­freier Strand eine ganz entschei­dende Rolle bei der Wahl des Urlaubsorts.

Das Ostseebad Koserow bietet hier:

Ansonsten findet man am Vorplatz der Seebrücke diverse Snack­an­gebote (teilweise barrie­refrei), einen Spiel­platz, einen Souve­nir­laden und die Koserower Salzhütten. Wobei man hier genau unter­scheiden muss. So gibt es zum einen die histo­ri­schen Koserower Salzhütten und zum anderen das Restaurant Koserower Salzhütte. 

Bei den histo­ri­schen Salzhütten handelte es sich um Holzhütten, die Ende des 19. Jahrhun­derts gebauten wurden. Damals wurden dort die gefan­genen Heringe mit Salz haltbar gemacht und in Holzfässern einge­lagert. Heute befindet sich in einer der Salzhütten ein Museum und ein kleines Standesamt. 

Der größte Teil der Salzhütten wird vom Restaurant Koserower Salzhütte genutzt. So betreibt das Restaurant hier u.a. eine eigene Räucherei. Wer den frisch geräu­cherten Fisch mal probieren möchte, bekommt diesen entweder direkt beim Imbiss der Räucherei und ganz gemütlich im Restaurant. Aller­dings ist der Weg für Rollstuhl­fahrer dahin nicht ganz ohne Tücken. Der direkte Weg vom Vorplatz führt über sehr rusti­kales Kopfstein­pflaster. Alter­nativ gibt es einen ebenen Sandweg von „Udo’s Fisch­räu­cherei“ und einen etwas steilen Kiesweg von den Parkplätzen. 

Gastro­nomie in Koserow

Hotel­gäste sind ja was das Frühstück angeht meist gut versorgt. Ferien­woh­nungs­gäste finden in Koserow einen Super­markt, einen großen Geträn­ke­laden und mehrere Bäcker um sich ihr eigenes Frühstück zusammen zu stellen. Alter­nativ haben wir den Tipp bekommen, dass man auch im „Karls Erlebnis-Dorf“ ausgiebig frühstücken kann (Details zum Frühstück­an­gebot, selbst nicht getestet).

Wer mittags oder abends schick essen gehen will, findet in Koserow eine Vielzahl an stufen­losen Möglich­keiten. Da man sich über Geschmack bekanntlich ausge­zeichnet streiten kann, verzichten wir an dieser Stelle auf persön­liche Empfeh­lungen. Vielmehr haben wir unten einige Restau­rants und Imbisse aufge­listet, die zum Reise­zeit­punkt online sehr gut bewertet waren:



Peene­münde (Ausflug)

Peene­münde liegt an der Nordspitze von Usedom. Er ist ein relativ kleiner dafür aber recht gemüt­licher Ort. Neben einem idylli­schen Hafen findet man dort eine überra­schend große Anzahl an Museen. Mit der Usedomer Bäderbahn lässt sich Peene­münde bequem und barrie­refrei von Koserow aus erreichen. Aller­dings muss man hierfür in Zinnowitz umsteigen. Prakti­scher­weise halten die Bahnen direkt gegenüber am gleichen Bahnsteig und so kann man beim Umsteigen eigentlich nichts falsch machen.

Die Bahn hält etwas vor Peene­münde. Um ins Zentrum zu gelangen muss man einfach der Bahnhof­straße in Richtung Fahrt­richtung der Bahn folgen und bei der ersten Möglichkeit links in die Museum­straße abbiegen (wobei der Straßenname hier Programm ist). An der Museum­straße befindet sich das Spiel­zeug­museum Peene­münde, das Histo­risch-Techni­sches Museum Peene­münde (dazu unten mehr) und die Phäno­menta Peene­münde. Wenn man der Museum­straße bis zum Ende folgt, stößt man letzt­endlich auf eine T-Kreuzung. Hier rechts auf die Straße „Zum Hafen“ abbiegen und man landet – Überra­schung – am Hafen.

Blick auf den Hafen von Peenemünde (von der Aussichtsplattform des Historisch-Technischen Museums)
Maritim Museum Peenemünde U-461
Restaurantschiff MS "Kragenhai"
Hafenbar Zum dünnen Hering
Hafengalerie mit regionalen Souvenirs (stufenloser Zugang über die Rampe)
Historisch-Technisches Museum Peenemünde (Außenansicht)
Zugang zum Historisch-Technisches Museum Peenemünde (stufenloser Zugang: Tor rechts vom Haupteingang)
V2-Rakete (Nachbau)
Kostenflichtiger Audioguide für die Ausstellung im Historisch-Technischen Museum (empfehlenswert)
Barrierefreier Zugang zur Aussichtsplattform auf dem Historisch-Technischen Museum
Barrierefreie Nutzung der Usedomer Bäderbahn (UBB)
Blick auf den Hafen von Peenemünde
Maritim Museum Peene­münde U-461 (nicht barrierefrei)
Imbiss vom Restau­rant­schiff MS "Kragenhai"
Hafenbar "Zum dünnen Hering"
Hafen­ga­lerie mit regio­nalen Souvenirs (stufen­loser Zugang über die Rampe)
Histo­risch-Techni­sches Museum Peene­münde (Außen­an­sicht)
Zugang zum Histo­risch-Techni­sches Museum Peene­münde (stufen­loser Zugang: Tor rechts vom Haupteingang)
V2-Rakete (Nachbau)
Kosten­flich­tiger Audio­guide für die Ausstellung im Histo­risch-Techni­schen Museum (empfeh­lenswert)
Barrie­re­freier Zugang zur Aussichts­plattform auf dem Histo­risch-Techni­schen Museum
Blick von der Aussichts­plattform auf die Großex­ponate des Museums
Barrie­re­freie Nutzung der Usedomer Bäderbahn (UBB)
 
previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow

Hafen Peene­münde

Wenn man wie oben beschrieben zum Hafen läuft, landet man direkt an der östlichen Hafen­ein­fahrt, wo sich das Maritim Museum Peene­münde U-461 befindet. Das Museum bezeichnet sich auf seiner Webseite als „Größtes U-Boot Museum der Welt“, was stark bezweifelt werden darf. Letzt­endlich besteht das Museum aus dem U-Boot U-461, welches Besucher einmal von vorne nach hinten durch­klettern dürfen. Inter­essant sind hierbei weniger die Infor­ma­tionen als viel mehr das Gefühl der Enge in einem solchen U-Boot. Wie zu erwarten ist das U-Boot nicht rollstuhlgerecht.

Direkt neben dem U-Boot legen einige Ausflugs­schiffe an. So starten von hier Fahrten zur Insel Rügen und zur Kreide­küste (Adler-Schiffe) und Fahrten zur Greifs­walder Oie sowie zu Robben­bänken (Apollo). Leider sind alle Fahrten gemäß einer Mail-Anfrage nicht rollstuhlgerecht.

Wenn man der Kaimauer auf die andere Hafen­seite folgt, gelangt man schließlich zur sog. Hafen­ga­lerie. In ihr befindet sich neben einem Antiqui­tä­ten­laden eine Laden mit allerlei regio­nalen Produkten. Einmal Stöbern ist hier sicherlich kein Fehler. Der Zugang zur Hafen­ga­lerie ist über das rechte Ende der Veranda stufenlos (Rampe) möglich. Zudem befinden sich im Gebäude das regio­nalen Marine­mu­seums (stufenlos zugänglich). Direkt vor der Hafen­ga­lerie liegt das  Museums­schiff “ Hans Beimler“  Peene­münde (nicht rollstuhlgerecht).

Wen zwischen­durch der kleine Hunger plagt:

  • Hafenbar“ Zum dünnen Hering“: vor allem kleine Fisch­ge­richte, aber auch Kaffee & Kuchen; Lage an der Westseite des Hafens; Teil des Außen­be­reich stufenlos zugänglich; Toiletten nur über Stufen zugänglich; geöffnet von April bis Oktober
  • Imbiss des Restau­rant­schiffs MS“Kragenhai“: Fisch­brötchen und geräu­cherten Fisch; Lage an der Ostseite des Hafens; der Imbiss ist stufenlos zugänglich; das Restau­rant­schiff selbst ist nicht rollstuhlgerecht

Histo­risch-Techni­sches Museum Peenemünde

Die Dauer­aus­stellung des Histo­risch-Techni­schen Museums Peene­münde beschäftigt sich haupt­sächlich mit der Entwicklung der V2-Rakete im zweiten Weltkrieg in der Heeres­ver­suchs­an­stalt Peene­münde. Ein zweiten Abschnitt behandelt die weitere Bedeutung der Raketen­technik im kalten Krieg und in der Raumfahrt bis ins Jahr 2000. Im Außen­be­reich des Museum befinden sich Nachbauten des Marsch­flug­körpers Fi103/„V1“ und der Rakete A4/„V2“ in Originalgröße.

Die Ausstellung lohnt sich vor allem für Geschichts­in­ter­es­sierte. Sie bietet eine umfang­reiche Sammlung an histo­ri­schen Exponaten und Zeitdo­ku­menten. Aller­dings ist die Ausstellung kaum inter­aktiv. Empfeh­lenswert ist der kosten­pflichtige Audio­guide (Leihgebühr: 2,- €), der einen sehr guten roten Faden durch die Ausstellung liefert. Für Kinder ist die Ausstellung eher nicht zu empfehlen.

Neben der Dauer­aus­stellung gibt es eine regel­mäßig wechselnde Sonder­aus­stellung und eine Ausstellung zur Geschichte des dortigen ehema­ligen Kraftwerks.

Ein echtes Highlight des Museums ist die Aussichts­plattform auf dem Kraftwerk, von der man eine tolle Sicht auf das Umland hat. Die in einer Höhe von 30 m gelegene Plattform erreicht man über einen gläsernen Aufzug und ein Treppe mit Treppenlift für Rollstuhl­fahrer (bis 300 kg). Kosten: 1,- € p.P.

Barrie­re­freiheit: Das Museum ist bis auf wenig Ausnahmen stufenlos zugänglich. Für die Nutzung der Aufzüge ist man auf das Museums­per­sonal angewiesen. Eine Behin­derten-Toilette ist vorhanden (von rechts anfahrbar). Der stufenlose Zugang zum Museum befindet sich rechts neben dem Eingangs­ge­bäude (Stufen). Aller­dings braucht man hier einen Fußgänger, damit dieser an der Museums­kasse Bescheid gibt.

Swine­münde (Ausflug)

Das polnische Ostseebad Swine­münde (Świnou­jście) liegt ganz im Osten von Usedom. Mit der barrie­re­freien Usedomer Bäderbahn (UBB) erreicht man es von Koserow in rund 40 Minuten. Das Ostseebad ist vor allem wegen seines langen Sandstrandes gerade auch bei polni­schen Touristen sehr beliebt. Aber auch Rollstuhl­fahrern bleibt der Strand nicht verschlossen. So befindet sich dort auf der Düne über rund 600 Meter ein befes­tigter Weg, von dem man einen direkten Blick auf den Strand und das Meer hat (Details siehe Rundwan­derung durch Swine­münde). Auch der Strand selbst und einige der Strandbars sind über befes­tigte Wege zu erreichen. Für den kleinen oder großen Hunger findet man an der Strand­pro­menade eine Vielzahl an stufen­losen Einkehrmöglichkeiten.

Da uns am Swine­münder Strand eindeutig zu viel los war, hatten wir uns bei unserem Besuch spontan für eine kleine Rundwan­derung quer durch Swine­münde (zumindest dem Ortsteil auf Usedom) entschlossen.

Blick von der Düne auf den Strand von Swinemünde
Befestigter Weg auf der Düne (insgesamt ca. 600 m)
Strandpromenade Swinemünde (der ruhigere Teil)
Sehenswürdigkeit "Stawa Mlyny" (nur über feinen Sand zu erreichen)
Sehenswürdigkeit "Fort Zachodni w Świnoujściu" (Westbatterie, Museum)
Sehenswürdigkeit "Lawka" im Park von Swinemünde (Park Zdrojowy)
Hafen von Swinemünde
Einkaufszentrum Corso
Bahnhof Swinemünde
Barrierefreie Nutzung der Usedomer Bäderbahn (UBB)
Blick von der Düne auf den Strand von Swinemünde
Befes­tigter Weg auf der Düne (insgesamt ca. 600 m)
Strand­pro­menade Swine­münde (der ruhigere Teil)
Sehens­wür­digkeit "Stawa Mlyny" (nur über feinen Sand zu erreichen)
Sehens­wür­digkeit "Fort Zachodni w Świnou­jściu" (Westbat­terie, Museum)
Sehens­wür­digkeit "Lawka" im Park von Swine­münde (Park Zdrojowy)
Hafen von Swinemünde
Einkaufs­zentrum Corso im Zentrum von Swinemünde
Bahnhof Swine­münde
Barrie­re­freie Nutzung der Usedomer Bäderbahn (UBB)
 
previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow

Rundwan­derung durch Swinemünde

Start- und Endpunkt unserer 9 Kilometer langen Rundwan­derung ist der Bahnhof von Swinemünde.

Anmerkung: Nicht alle Pins auf der obigen Route markieren spezielle Sehens­wür­dig­keiten. Manche Pins sind nötig, damit die angezeigte Route der beschrie­benen Rundwan­derung entspricht.

Der Weg führt zunächst vom Bahnhof links bis zur Kreuzung. An der Kreuzung dann geradeaus und rund 1,2 km entlang der Straße „Stanisława Moniuszki“ bis zum Swine­münder Strand. Von hier geht es über den stufen­losen Dünenweg mit Blick auf den Strand rund 600 m weiter. Am Ende des Dünenwegs biegt man rechts ab auf die Strand­pro­menade. Neben dem Einkauf­zentrum Galeria Promenada (polnisch) findet man hier eine große Auswahl an Restau­rants. Den Trubel hinter sich lassend folgt man zunächst der Straße „Promenada“ und biegt dann ab auf die „Uzdrowiskowa“-Straße, der man bis zum Parkplatz am Ende der Straße (ca. 1,7 km) folgt. Leider führt der Weg zur „Stawa Młyny“ (Mühlenbake) nur über feinen Sand, so dass Rolli­fahrer hier ggf. ein Päuschen machen müssen bis die beglei­tenden Fußgänger wieder zurück sind (Zusatz­strecke rund ein Kilometer). 

Vom Parkplatz geht es über einen gut beroll­baren Weg zum „Fort Zachodni“ (Westbat­terie). Das Fort ist laut Wheelmap teilweise rollstuhl­ge­recht (orange Bewertung, selbst nicht getestet). Danach geht es schattig im „Park Zdrojowy“ weiter. Aller­dings ist der Weg vom Fort zurück in die Innen­stadt recht rustikal. Sobald man den Park verlässt geht es dann wieder ganz entspannt auf asphal­tierten Gehwegen weiter. Der Rundweg führt nun zum Fährhafen, von wo man auf die andere Seite von Swine­münde schippern kann. Um noch genug Zeit zum Shoppen zu haben geht es direkt vom Hafen über den sehens­werten „Plac Wolności“ (Freiheits­platz) zum Einkaufs­zentrum Corso. Man sollte hier jetzt kein Schnäpp­chen­wun­derland erwarten, aber das ein oder andere gute Angebot kann man durchaus finden. Mit mehr oder weniger vollen Tüten geht es anschließend vom Corso direkt zum rund 1,1 Kilometer entfernten Bahnhof, wo die Wanderung endet.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
Pflichtangabe. Der Name erscheint öffentlich. Du kannst ein Pseudonym angegeben.
Optional. Wenn du deine E-Mail-Adresse angibst, kannst du über Antworten auf dein Kommentar automatisch per Mail informiert werden (Anklicken des Glocken-Symbols links neben dem Sende-Button)
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare